Viele Schreibtischarbeiter wären sicherlich gerne bereit, für ein paar Zentimeter mehr Sitzbreite, für hochwertige Verarbeitung und haltbare Materialien einen gehobenen Kaufpreis zu akzeptieren. Leider scheint die Industrie das Mittelklasse-Segment mittlerweile vergessen zu haben. Wer's nicht glaubt, darf gerne den aktuellen Ikea-Katalog zur Hand nehmen oder durch die örtlichen Möbelhäuser schlendern. Interessant wird es dann wieder bei professionellen Büroausstattern, die aber 2.500 Euro aufwärts verlangen und jährliche Wartungskosten von rund 400 Euro in Aussicht stellen.
Unterhalb dieses gehobenen Preissegments gibt es anscheinend nur dasselbe Einerlei in zahllosen Variationen: Sollbruchstellen ab Werk, tragende Bauelemente aus Kunststoff und Bezüge aus leicht verschleißenden Materialien, die genau einmal schick aussehen: direkt nach dem Auspacken. Die Preise für diese Billigprodukte beginnen bei etwa 30 Euro, da gibt es natürlich nur wenig Spielraum für ordentliche Materialien oder saubere Verarbeitung.
Der Kunde steht nun allerdings vor dem Dilemma, daß die Produktqualität nicht signifikant besser wird, wenn er 60 oder 300 Euro investiert: Die Materialien bleiben mehr oder minder dieselben, es wird aber zunehmend gemauschelt mit eigentlich unzulässigen Materialbezeichnungen oder mangelhaftem Service; die Kundenmeinungen bei Amazon oder einschlägigen Testportalen sind voll von Erfahrungsberichten enttäuschter Kunden.
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