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Ursprache

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Als Ursprache bezeichnet man in der Linguistik eine nur durch vergleichende Sprachwissenschaft erschlossene hypothetische Urform einer Gruppe genetisch verwandter Sprachen.

Das beste Beispiel dafür ist die indogermanische Ursprache. In der Semitistik wurde auch eine semitische Ursprache, das sogenannte Ursemitisch, rekonstruiert. Die Weiterentwicklung in der afro-asiatischen Sprachwissenschaft hat aber vieles, was gesichert schien, wieder in Frage gestellt. Des weiteren gibt es ein Urfinnougrisch und ein Ursudanisch, ein Urbantu wurde in Grundzügen erschlossen und mit der vaskonischen Sprache eine alteuropäische Ursprache versucht zu ergründen.

Immer wieder kam es dabei durch neuere Forschungen zu teilweise größeren Revisionen des bis dahin angenommenen, etwa durch die Entdeckung der anatolischen Sprachen als Bestandteil der indogermanischen Sprachfamilie. Dies entwertet jedoch nicht die gesamte frühere Forschung, sondern ist ein in der Wissenschaft normaler, wenn auch oft persönlich schmerzhafter Prozess.

Umstritten ist, ob die genannten Ursprachen wiederum auf eine ihnen gemeinsame Ursprache zurückgehen, wie von einigen Wissenschaftlern angenommen wird. Sie versuchen dazu, erschlossene Ursprachen zu vergleichen, was aber mit jeder früheren Stufe ungenauer wird. Unterstützt wird diese These teilweise von sprachgenetischen Untersuchungen, was den ursprünglichen Ansatz, Urformen durch vergleichende Sprachwissenschaft zu erschließen, ergänzt.

Einer Geschichte von Herodot zufolge unternahm bereits der Pharao Psammetich I., in Ägypten einen Versuch, die Ursprache zu finden. Er gab einem Hirten zwei neugeborene Kinder und befahl, diese so aufzuziehen, dass sie niemals ein gesprochenes Wort vernehmen sollten. Er wollte auf diese Weise herausfinden, in welcher Sprache die Kinder zuerst ein Wort sagen würden. Nach ca. 2 Jahren streckten die Kinder bittend die Hände aus und sagten "Bekos". Dies hieß in der Sprache der Phryger "Brot". Der Pharao schloss daraus, dass die Phryger eine noch ältere Rasse als die Ägypter wären. Soweit Herodot, dessen Geschichte in diesem Fall wohl doch eher ins Land der Märchen und Sagen gehört.

Salimbene von Parma, ein Franziskanermönch, erzählte eine ähnliche Geschichte über Friedrich II., den Stauferkaiser. Hier allerdings sterben die Säuglinge frühzeitig mangels Zuwendung, ohne ein Wort zu sagen.

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