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Spezifischer Widerstand

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Der spezifische Widerstand (kurz für spezifischer elektrischer Widerstand oder auch Resistivität) ist eine temperaturabhängige Materialkonstante mit dem Formelzeichen ρ (griech. rho). Der elektrische Widerstand eines homogenen elektrischen Leiters lässt sich aus den Werten des Materials errechnen. Die abgeleitete SI-Einheit ist [ρ]SI = Ω · m (gekürzt aus dem anschaulichen Ω · m2 / m). Der Kehrwert des spezifischen Widerstands ist die elektrische Leitfähigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Ursache

Verantwortlich für den spezifischen elektrischen Widerstand in reinen Metallen sind Stöße der Ladungsträger (hier Elektronen) mit Gitterschwingungen (Phononen). Dazu kommen noch Anteile durch Verunreinigungen, Fehlstellen und Gitterbaufehler.

Der spezifische elektrische Widerstand kann durch einen von der Temperatur abhängigen Anteil des reinen Metalls und einen von der Temperatur unabhängigen Anteil, der von der Störstellen- bzw. Fremdatomkonzentration abhängt, beschrieben werden (Matthiessensche Regel).

Bei allen Leitern ändert sich der spezifische Widerstand mit der Temperatur in einem jeweils begrenzten Temperaturbereich näherungsweise linear.

\rho(T) = \rho(T_0) \cdot (1 + \alpha \cdot (T-T_0))

wobei α der Temperaturkoeffizient, T die Temperatur und T0 beliebige Temperatur, z. B. T_0 = 298{,}15 \ \mathrm{K} = 25 \,^{\circ}\mathrm{C}, bei der der spezifische elektrische Widerstand ρ(T0) bekannt ist (siehe Tabelle unten). Je nach Vorzeichen des linearen Temperaturkoeffizienten unterscheidet man zwischen Kaltleiter (PTC, engl.: Positive Temperature Coefficient of resistance) und Heißleiter (NTC, engl.: Negative Temperature Coefficient of resistance). Der lineare Temperaturabhängigkeit gilt nur in einem begrenzten Temperaturintervall. Bei reinen Metallen kann dieser Bereich vergleichsweise groß sein. Darüberhinaus muss man Korrekturen anbringen (Siehe auch: Kaltleiter, Heißleiter, Kondo-Effekt). Starke Abweichungen gibt es auch bei Supraleitern, wobei der Widerstand unterhalb der Sprungtemperatur ganz verschwindet.

Der spezifische elektrische Widerstand von Legierungen ist nur gering von der Temperatur abhängig, hier überwiegt der Anteil der Störstellen. Ausgenutzt wird dies beispielsweise bei Konstantan oder Manganin.

Berechnung des elektrischen Widerstands von Leitern

Der Widerstand eines Leiters mit einem über seine Länge konstanten Querschnitt beträgt:

R=\rho\cdot\frac{l}{A}

wobei R der elektrische Widerstand, ρ der spezifische Widerstand, l die Länge und A die Fläche des Querschnitts (Schnitt senkrecht zur Längsachse eines Körpers) eines Leiters ist, aber Querschnitt A und Durchmesser d nicht zu verwechseln sind.

Die Voraussetzung für die Gültigkeit dieser Formel für den elektrischen Widerstand R ist eine konstante Stromdichteverteilung über den Leiterquerschnitt A, d. h. an jedem Punkt des Leiterquerschnitts ist die Stromdichte J gleich groß. Nährungsweise ist das gegeben, wenn die Länge des Leiters groß im Vergleich zu den Abmessungen seines Querschnitts ist und der Strom „lange genug“ fließt, also bei Gleich- und niederfrequenten Wechselstrom (vgl. Skineffekt).

Einteilung von Materialien nach ihrem spezifischen Widerstand

Der spezifische Widerstand eines Materials wird häufig für die Einordnung als Leiter, Halbleiter oder Isolator verwendet. Die Unterscheidung erfolgt anhand des spezifischen Widerstands:

Wichtig ist, dass diese Einteilung keine festen Grenzen hat und daher nur als Richtlinie zu betrachten ist. Hauptgrund dafür ist die Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstands, vor allem bei Halbleitern. Eine Einteilung anhand der Lage des Fermi-Niveaus ist hier sinnvoller.

Tabelle für den spezifischen Widerstand (20 °C)

Material Spezifischer Widerstand
in (Ω · m)
Spezifischer Widerstand
in (Ω · mm2 / m)
Linearer Temperaturkoeffizient
in (1/K)
Akkusäure 1,5 · 10-2 1,5 · 104  
Aluminium 2,64 · 10−8 0,0264 3,9 · 10−3
Bernstein > 1016 > 1022  
Blei 22 · 10−8 0,22 4,22 · 10−3
Blut 1,6 1,6 · 106  
Eisen 10 · 10−8 0,10 5,6 · 10−3
Fettgewebe 33 3,3 · 107  
Germanium 0,46 46 · 104  
Glas 1010 bis 1014 1016 bis 1020  
Glimmer 109 bis 1011 1015 bis 1017  
Gold 2,44 · 10−8 0,0244 3,9 · 10−3
Graphit 8,0 · 10-6 8,0 −0,2 · 10−3
Gummi (Hartgummi) (Werkstoff) ca. 1013 ca. 1019  
Holz (trocken) 104 bis 109 1010 bis 1015  
Kochsalzlösung (10%) 7,9 · 10−2 7,9 · 104  
Kohlenstoff 3,5 · 10−5 35 −0,2 · 10−3
Konstantan 0,5 · 10−6 0,5 0,05 · 10-3
Kupfer 1,78 · 10−8 0,0178 3,8 · 10-3
Kupfersulfatlösung (10%) 0,3 3,0 · 105  
Meerwasser 0,5 5,0 · 105  
Messing 7 · 10−8 0,07 1,5 · 10−3
Muskelgewebe 2,0 2,0 · 106  
Nichrome (Nickel-Chrom Legierung) 1,50 · 10−6 1,5  
Papier 109 bis 1010 1015 bis 1016  
Platin 11 · 10−8 0,11 3,8 · 10−3
Polypropylenfolie 105 1011  
Porzellan 1012 1018  
Quarz (geschmolzen) 75 · 1016 75 · 1022  
Quecksilber 0,96 · 10−6 0,96 0,9 ·10-3
Salzsäure (10%) 1,5 · 10−2 1,5 · 104  
Schwefel 1015 1021  
Schwefelsäure (10%) 2,5 · 10−2 2,5 · 104  
Silber 1,59 · 10−8 0,0159 3,8 · 10-3
Silicium 640 640 · 106  
Stahl 0,10 · 10-6 bis 0,20 · 10-6 0,10 bis 0,20 5,6 · 10-3
Wasser (destilliert) 104 1010  
Wolfram 5,6 · 10−8 0,056 4,1 · 10-3

Weblinks

Wikipedia
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