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Sine ira et studio
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Sine ira et studio (soviel wie: ohne Zorn und Eifer) lautet die Maxime, gemäß welcher der römische Historiograph Tacitus (ca. 60-120) in seinem Werk vorgehen wollte. Ziel sollte demgemäß sein, möglichst ohne Parteilichkeit über geschichtliche Ereignisse und Personen zu berichten. Der aus dem Proöm (~ der Einleitung) der „Annalen“ entstammenden Sentenz entspricht im „Agricola“-Proöm der Satz „sine gratia et ambitione“ (soviel wie: ohne Dankbarkeit oder Ehrgeiz).
Sine ira et studio wird vielfach als Aufforderung an eine wertfreie Geschichtsschreibung - oder an die Wissenschaft allgemein - zitiert, doch ist diese Regel von Tacitus keinesfalls eingehalten worden, der durchaus oft, wenngleich implizit, Partei zu nehmen wusste. Kritiker haben sie eher als die in Einleitungen nicht unübliche captatio benevolentiae (Gewinnung des Wohlwollens) der Leser eingeordnet.
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