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Restaurierung
Aus Kefk.
Restaurierung stellt Maßnahmen zur Erhaltung von Kunstwerken in ihrem materiellen Bestand dar.
In den Anfängen der Restaurierung verstand man die Wiederherstellung eines Bauwerkes oder eines Kunstwerkes in einen früheren, als ursprünglich betrachteten Zustand. Die Vorstellung dieses Zustands orientierte sich teilweise am materiellen Bestand, teilweise aber auch an einer dem Objekt zugeschriebenen Bedeutung, die in einer neuen Gestaltung vermittelt werden sollte (Neugestaltung des Speyrer Doms in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts). Diese bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein geltende Vorstellung der Restaurierung führte letztlich zu den Ausbauten etwa des Kölner Doms, oder des Ulmer Münsters, aber auch zahlreicher weniger prominenter Objekte. Im Rahmen dieser Auffassung wurden Bedeutung und ästhetische Bewertung eng verknüpft.
Der Begriff wurde in den 1830ern durch den "Vater der Restaurierung" Eugène Viollet-le-Duc geprägt. Nach diesem war Restaurierung ein Vorgang der Herstellung eines ursprünglich gedachten, vollkommenen Zustands, der möglicherweise so nie existiert hatte („Restauration - Le mot et la chose sont modernes. Restaurer un édifice, ce n'est pas l'entretenir, le réparer ou le refaire, c'est le rétablir dans un état complet qui peut n'avoir jamais existé à un moment donné.“ Zitat aus: Viollet-le-Duc, Eugène Emmanuel: Dictionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle; 1886). Für Viollet-le-Duc war das Ziel der Restaurierung also die (Wieder-)Herstellung der ursprünglich geplanten Aussage eines Monuments. Dieser Auffassung widersprach in den 1840ern der englische Gelehrte John Ruskin. Er sah in der Restaurierung die Verfälschung des vorgefundenen Zustands und damit des Denkmalwerts eines Gebäudes ("Do not let us talk of restoration, the thing is a lie from beginning to end. That spirit which is given only by the hand and eye of the workman, can never be recalled" Zitat aus: Ruskin, John: The Seven Lamps of Architecture; 1849). Nach Ruskin sollte die Konservierung eine Restaurierung unnötig machen. Seine Auffassung prägte Kunsthistoriker und Denkmalpfleger: "Konservieren, nicht Restaurieren" war um 1900 die Forderung Georg Dehios, der maßgeblich am Aufbau der Denkmalpflege in Deutschland beteiligt war.
Dennoch setzte sich in der Denkmalpflege die Auffassung vom Kunstwerk als historische Quelle nur langsam durch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Restaurierung nach und nach durch die Konservierung verdrängt. Ziel der Konservierung ist es, den angetroffenen Bestand zu sichern und ggf. zu erschließen. Die Bedeutung des Objekts wird nicht mehr nur an der ästhetischen Komponente gemessen, vielmehr wird versucht, das Objekt für möglichst viele Ansätze der Bedeutungszuweisung offen zu halten. Diese Auffassung wurde in der Charta von Venedig niedergelegt.
Konsequenterweise müsste inzwischen von Konservierung und Konservatoren die Rede sein, doch hat sich diese Bezeichnung nicht durchsetzen können - auch weil die Bezeichnung des Konservators für die mit der Verwaltung dieser Objekte betrauten Denkmalpfleger verwendet wird und damit nicht mehr für die Leute zur Verfügung steht, die praktisch mit den Kunstobjekten hantieren. Leider wird auch nach wie vor populär nicht zwischen Restaurierung und Rekonstruktion unterschieden.
Die moderne Restaurierung verfolgt das Ziel, durch möglichst auf ein Minimum beschränkte Eingriffe am Objekt die Erhaltungsbedingungen zu verbessern. Dabei ist heute die Reversibilität des Eingriffs eine der Hauptanforderungen. Solchen Maßnahmen gehen naturgemäß umfangreiche Untersuchungen sowohl durch Restauratoren, als auch durch Naturwissenschaftler voraus.
Die Restaurierung ist in mehr oder weniger breite Fachgebiete gegliedert, die sich an den verwendeten Materialien des Objekts orientieren. Solche sind z.B. grob Tafelmalerei, Holz, Wandmalerei, Metall, Stein, Film, Musikinstrumente usw. Selbstverständlich bedient sich die Restaurierung für Reparaturen auch entsprechend befähigter Handwerker. In der Regel werden hier historische Arbeitsweisen notwendig.
Die Restaurierung ist eine Teildisziplin der Konservierung.
Inhaltsverzeichnis |
Arbeitsgebiete und Fachbereiche
- Architektur und Raumfassung
- Archäologische Ausgrabung
- Archäologisches Kulturgut
- Audio- Video- und Datenbänder
- Ethnographische Objekte, Volks- u. Völkerkunde
- Fotografie, Film
- Gemälde, Gemäldemalerei
- Glas, Glasfenster und Keramik
- Möbel und Holzobjekte
- Kunsthandwerkliche Objekte
- Lüster, Kronleuchter und historische Behänge
- Metallobjekte
- Moderne Materialien und Medien
- Musikinstrumente
- Papier, Schriftgut, Buch und Buchmalerei
- Restaurierungsgeschichte und -theorie
- Steinplastik und Steinarchitektur
- Stuck und Stuckplastiken
- Tafelmalerei und Holzskulptur
- Tapeten, Bildtapeten und Papierträger
- Technisches Kulturgut
- Textilien, Teppiche, Leder, Kostüme
- Vergoldungen
- Wand- und Deckenmalerei
Verbände und Organisationen
Deutschland
- BfR - Bund freier Restaurierungswerkstätten e.V. (D)
- Restauratoren im Handwerk e.V. (D)
- VDR - Verband der Restauratoren e.V. (D)
National
- CAC - Canadian Association for Conservation (CA)
- FFCR - Fédération Française des Conservateurs Restaurateurs (F)
- IPCRA - Irish Professional Conservators' and Restorers' Association
- NZPCG - New Zealand Professional Conservators Group (NZ)
- Magyar Restaurátorkamara - Ungarische Restauratoren Kammer (HU)
- ÖRV - Österreichischer Restauratorenverband (A)
- SKR - Schweizerischer Verband für Konservierung u. Restaurierung (CH)
- SSCR - Scottish Society for Conservation and Restoration (GB/SCO)
- VeReS - Restauratoren Vereinigung der Nederlanden (NL)
International
- AIC - American Institute for Conservation
- E.C.C.O. - European Confederation of Conservator-Restorers' Organisations (Vereinigung der Europäischen Restauratorenverbände)
- ENCoRE - European Network for Conservation Restoration Education
- IADA - Internationale Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks und Graphikrestauratoren
- ICOM - International Council of Museums (Internationaler Museumsrat)
- ICOMOS - International Council on Monuments and Sites (Internationaler Rat für Denkmalpflege)
- IIC - International Institute for Conservation
- WAAC - Western Association for Art Conservation
Hochschulen, Fachhochschulen, Universitäten
Ausführliche Übersicht der Studiengänge zum Diplom-Restaurator (Studium) und Ausbildungsrichtungen zum Restaurator im Handwerk siehe Restaurator.
Links
Deutschland
- www.bfr-ev.de BfR - Bund freier Restaurierungswerkstätten e.V.
- www.restauratoren.de VDR - Verband der Restauratoren e.V.
National
- www.skr.ch SKR - Schweizerischer Verband für Konservierung und Restaurierung (CH)
- www.sscr.demon.co.uk SSCR - Scottish Society for Conservation and Restoration (GB/SCO)
- www.conservators.org.nz NZPCG - New Zealand Professional Conservators Group (NZ)
- www.orv.de ÖRV - Österreichischer Restauratorenverband (A)
International
- www.ecco-eu.info E.C.C.O. - European Confederation of Conservator-Restorers' Organisations
- www.iiconservation.org ICC - International Institute for Conservation of Historic and Artistic Works
- www.romoe.net Romoe - Internationales Restauratoren Netzwerk (tlw. kommerziell)
Literatur
Friederike Klemm (Hrsg.): Restauratoren Handbuch 2006 (Restauro - Forum für Restauratoren, Konservatoren und Denkmalpfleger). Callwey Verlag, München 2006, 160 S., ISBN 3-7667-1654-9
Zeitschriften
- PapierRestaurierung, hrsg. von der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Grafikrestauratoren (IADA) - erscheint viermal jährlich [[1]
- Restauro - Forum für Restauratoren, Konservatoren und Denkmalpfleger, Callwey Verlag München, ISSN 0933 - 4017 [2]
