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Nachrichten- und Presseagentur

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Presse- und Nachrichtenagenturen (nicht zu verwechseln mit Nachrichtendiensten) liefern Nachrichten, die Informationen über aktuelle Ereignisse enthalten, als vorgefertigte Meldungen für Medien zur Verwendung in Zeitungen und Nachrichtensendungen. Darüber hinaus gibt es sog. PR-Nachrichtenagenturen, über die Pressestellen von Unternehmen und Organisationen Informationen, Desinformationen und Presseerklärungen verbreiten. Die Presse- und Nachrichtenagenturen spielen im weltweiten Nachrichtenfluss eine zentrale Rolle (besonders seit viele Zeitungen weniger Personal haben und weniger Termine selbst besetzen können –Tendenz des Mainstreaming). Der heutige Journalismus wäre ohne die Nachrichtenagenturen unmöglich. Über 180 Nachrichtenagenturen gibt es zurzeit weltweit, von diesen agieren aber nur sehr wenige weltweit, die meisten versorgen nur den Pressemarkt ihres eigenen Landes.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Nachrichtenagenturen der Welt

Die weltweit größten Nachrichtenagenturen sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • AFP (Agence France-Presse)- diese Nachrichtenagentur ist die Nachfolgeagentur der bereits 1835 gegründeten Agence Havas und gilt daher als älteste Nachrichtenagentur der Welt. Die Agentur mit ihrem Hauptsitz in Paris unterhält auch einen deutschsprachigen Dienst, soll das beste Korrespondentennetz besitzen und ist in 165 Ländern vertreten. Ihr deutscher Sitz ist in Berlin.
  • AP (The Associated Press)– die AP wurde 1848 in New York gegründet und ist die größte Agentur der westlichen Welt. Sie etablierte sich schnell nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, 1946 belieferte sie bereits die deutschen Zeitungen mit Meldungen aus aller Welt. Zwei Drittel der deutschen Redaktionen arbeiten neben der DPA auch mit den Meldungen der AP. Die AP hat ihren deutschen Sitz in Frankfurt/Main. Circa 1 Milliarde Menschen werden durch AP täglich erreicht, sie hat mehr als 15.000 Kunden weltweit.
  • dpa (Deutsche Presseagentur) – die DPA entstand 1949 durch einen Zusammenschluss der Deutschen Nachrichtenagentur, der Süddeutschen Nachrichtenagentur und dem Deutschen Pressedienst. Sie ist die größte deutschsprachige Agentur. Besitzer der Agentur sind circa 200 deutsche Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkanstalten. Ein Machtungleichgewicht und eine Abhängigkeit von Einwirkungen der großen Medienunternehmen sind ausgeschlossen, da kein Verleger mehr als ein Prozent und keine Rundfunkanstalt mehr als 10 Prozent der Nachrichtenagentur besitzen darf. Der Gesamtumsatz der dpa-Gruppe betrug 2005 115,7 Millionen Euro, die Tageszeitungsauflage betrug über 21 Mio. Exemplare. Die DPA hat ihren Hauptsitz in Hamburg, außerdem noch 12 Landesbüros und einige Korrespondentenbüros in vielen Städten Deutschlands mit insgesamt 330 fest angestellten Redakteuren in Deutschland. Zudem bietet sie ihren Basisdienst auch in Englisch, Arabisch, Spanisch und Portugiesisch an, diese werden in verschiedenen Städten dieser Welt erstellt.
  • REUTERS (Reuters Limited)- wurde 1971 gegründet (heute eine AG) und ist auf wirtschaftliche Meldungen und Nachrichten spezialisiert. Weltweit hat REUTERS 200 Nachrichtenbüros, der deutsche Hauptsitz ist in Frankfurt/Main. In 150 Ländern hat Reuters Kunden und verkauft seine Dienste in 22 Sprachen.

Deutsche Nachrichtenagenturen

  • DDP (Deutscher Depeschendienst)) – der DDP hat seinen Sitz in Berlin. Die Nachrichtenagentur wurde 1971 gegründet, nachdem der amerikanische Nachrichtendienst UPI seinen deutschsprachigen Dienst aufgegeben hatte. Heute hat der ddp 120 Mitarbeiter.
  • epd (Evangelischer Pressedienst)– wurde 1910 gegründet und ist damit die älteste deutschsprachige Nachrichtenagentur. Der epd ist spezialisiert auf die Berichterstattung aus dem Kirchenwesen und dem Sozialen (hat auch umfassende Medienberichterstattung). Der epd hat acht Landesbüros und mehrere Stadtbüros mit insgesamt 80 Redakteuren. Hauptsitz ist in Frankfurt/Main.
  • KNA (Katholische Nachrichtenagentur)- spezialisiert auf die Berichterstattung aus der katholischen Kirche. Die KNA hat sieben Landesbüros, Hauptsitz ist in Bonn.
  • sid (Sport-Informations-Dienst)- wurde 1945 gegründet und ist spezialisiert auf Sportnachrichten. Der sid unterhält fünf Büros in Deutschland. Hauptsitz ist in Neuss
  • vwd (Vereinigte Wirtschaftsdienste)) - gegründet 1949, ihr Schwerpunkt sind Wirtschaftsnachrichten. Sieben Redaktionsbüros in Deutschland mit über 240 Mitarbeitern, Hauptsitz ist in Eschborn.

Nach der Wiedervereinigung wurde die Nachrichtenagentur der DDR, der ADN, in eine GmbH umgewandelt und agiert heute als DDP, der zweitgrößten deutschen Nachrichtenagentur, mit einem Schwerpunkt auf die innen- und regionalpolitische Berichterstattung.

Die TASS war die sowjetische Nachrichtenagentur. Sie unterstand der staatlichen Kontrolle und war vor allem für Parteinachrichten zuständig. 1992 wurde sie von der Jelzin-Regierung umbenannt in Itar-Tass. Außerdem gibt es seit 1989 eine weitere russische Nachrichtenagentur: die Interfax, mittlerweile gehören zu ihr mehrere Tochterunternehmen weltweit.

Geschichte der Nachrichtenagenturen

In der ersten Zeit wurden die Nachrichten entweder per Brieftauben oder durch Reisende, die Nachrichten aus anderen Gebieten mitbrachten, übermittelt. Einer der Hauptumschlagsplätze des Nachrichtenhandels war schon im 14. Jahrhundert Venedig.

Der erste Nachrichtendienst stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der Augsburger Jakob Fugger ließ sich seinen Geschäftsbriefen immer Nachrichten aus dem jeweiligen Ort hinzufügen. Da seine Geschäftsbeziehungen weit in Europa und der Welt verstreut waren, organisierte er somit einen Nachrichtendienst und war immer über das politische Geschehen informiert. Die Nachrichten stammten zumeist von den Nachrichtenhändlern Jeremias Crasser und Jeremias Schiffle, beide aus Augsburg. Damals wurden die Nachrichtenhändler noch Nouvelanten genannt. Aber auch viele Beamte, Postbeamte und Händler arbeiteten sozusagen nebenberuflich als Korrespondenten beispielsweise für die Fuggerzeitung oder für den Adel oder Kaufleute der Stadt. Jedoch nutzte Fugger diesen Dienst vor allem für sich und da er das Monopol hatte, konnte er allein entscheiden, welche Nachrichten weitergeleitet werden und welche geheim gehalten werden, er konnte diesen Dienst also sehr gut manipulieren.

Nachrichteninformationen und deren Geschwindigkeit der Übermittlung wurden in der darauf folgenden Zeit, mit dem wachsenden Wirtschafts- und Börsenwesen, der Industrialisierung und Kolonialisierung immer wichtiger

Die ersten Nachrichtenagenturen, wie wir sie kennen, entstanden vor 150 Jahren. Ihren ersten Aufschwung erlebten sie durch die Erfindung der Telegrafie, durch sie wurde die schnelle Übermittlung der Nachrichten möglich. Damals standen vor allem die politischen und wirtschaftlichen Neuigkeiten im Vordergrund.

Die älteste Nachrichtenagentur ist die französische Agence Havas. Sie wurde durch einen Zusammenschluss einiger kleiner Nachrichtenbüros in Paris 1835 gegründet. Gründer war Charles-Louis Havas (1783-1858), der geschäftlich Nachrichten sammelte, sie ausformulierte und an seine Kunden verkaufte. Die Verantwortlichen der Zeitungsverlage erkannten die Vorteile dieser Agentur, nämlich sie erhielten schnell und zuverlässig alle Informationen über wichtige Ereignisse und konnten sich damit viele kostenintensive Korrespondenten sparen. Somit schon die gleichen Gründe wie heute.

1851 wurde von Paul Julius Reuter (1816-1899) die Agentur Reuters in London gegründet. Zuvor wurde Reuter von Havas ausgebildet. Er spezialisierte sich auf Börsen- und Wirtschaftnachrichten und nutzte hierfür die neue Kabelverbindung Calais-Dover. Er hatte zwei Grundprinzipien: erstens sollte seine Agentur immer die schnellste sein und alle seine Kunden sollten gleichbehandelt werden.

Da die europäischen Schiffe, die die Zeitungen aus Europa geladen hatten, immer zuerst in Halifax eintrafen, gründeten hier sechs New Yorker Verleger 1848 die Nachrichtenagentur Harbour News. Die Nachrichten wurden ausgewertet und dann per Telegraf in die Redaktionen übermittelt. Später wurde sie zur Genossenschaft Associated Press (AP), bereits 1880 nutzten schon 355 Zeitungen der USA den Service der Nachrichtenagentur.

In Berlin wurde von Bernhard Wolff (1811-1879), einem weiteren Ausgebildeten von Havas, 1849 das Wolffsche Telegraphenbüro (WTB) gegründet.

Geschichte der Nachrichtenagenturen in den vier deutschen Besatzungszonen

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten deutsche Nachrichtenagenturen von den Alliierten zunächst keine Lizenzen. Die deutschen Zeitungen waren angewiesen auf die Nachrichtenagenturen der Alliierten, jede Besatzungsmacht gründete in ihrer Zone eine eigene Nachrichtenagentur. Die Franzosen gründeten die Rheinische Nachrichtenagentur, Neben der französischen Militärregierung waren aber auch die Zeitungsverleger dieser Besatzungszone Mitbesitzer. Die Agentur wurde dann später zur Süddeutschen Nachrichtenagentur (Südena) transformiert.

In der englischen Besatzungszone wurde der German News-Service gegründet. 1947 wurde dieser schon in den Deutschen Depeschendienst umgewandelt. Die deutschen Nachrichten wurden von Hamburg aus per Telegrafen nach London gesendet und von dort aus in die britische Besatzungszone per Funk weitergeleitet.

Die amerikanische Agentur in Deutschland hieß zunächst DANA , dann DENA und hatte ihren Sitz in Bad Nauheim. Hier wurden neben den Tätigkeiten einer Nachrichtenagentur auch junge deutsche Journalisten ausgebildet. 1948 wurde aus dem Zusammenschluss der DENA, des ddp und der Südena die dpa gegründet.

Das Allgemeine Deutsche Nachrichtenbüro (ADN), die einzige und zugleich politisch abhängige Nachrichtenagentur der DDR war die Nachfolgeagentur des Sowjetischen Nachrichtenbüros (SNB).

Der Aufbau und die Arbeitsweise der Nachrichtenagenturen

Ein Ereignis wird zu einer Meldung

Nachrichtenagenturen schreiben grundsätzlich für alle Medien und werden auch von allen genutzt. Der große Vorteil der Nachrichtenagenturen ist die Aktualität, Universalität und die schnelle Lieferung von Berichten über aktuelle Ereignisse. Eine Nachrichtenagentur ist ein Nachrichtengroßhändler.

Außer Tageszeitungen, Fernsehen und Rundfunkanstalten nutzen auch sehr viele Verbände und politische Akteure die Nachrichtenagenturen zur Informationsbeschaffung.

Agenturen sind so genannte Gatekeeper. Sie entscheiden darüber, welche Nachrichten relevant sind, um bearbeitet und weitergeleitet zu werden, welche Ereignisse mitteilenswert sind und welche nicht oder zu welchen Ereignissen es nötig ist Korrespondenten oder Reporter zu schicken. Sie treffen eine Vorauswahl, denn sie werden mit Meldungen geradezu zugeschüttet.

Sie sind so objektiv wie möglich, haben keine politische Färbung. Ihre Nachrichten/Artikel gelten als verlässlich und gut recherchiert, bei Fehlern werden diese schnellstmöglich korrigiert und weitergeleitet. Wenn eine wichtige Nachrichtenagentur eine fehlerhafte Meldung sendet, wird diese möglicherweise sehr oft einfach von den Redaktionen übernommen.

Die Meldungen werden nach Ressorts sortiert, die verschiedenen Ressorts tragen bei den Nachrichtenagenturen verschiedene Kürzel, pl für Politik, wi für Wirtschaft und so weiter. Des Weiteren wird jede Meldung mit thematischen Stichworten kategorisiert und ist somit auf den ersten Blick für die Redaktionen inhaltlich einzuordnen.

Die Nachricht einer Agentur ist gespickt mit Abkürzungen, hinter diesen verbergen sich Informationen zum Zeitpunkt des Versands, zur Länge, zur Priorität, zum Ressort et cetera. Den ersten Satz einer Agenturmeldung wird als Lead bezeichnet, dieser soll so gestaltet sein, dass er zum Weiterlesen anregt. Er sollte den Inhalt des Artikels kurz, in maximal 30 Wörtern, und präzise wiedergeben und im Perfekt gehalten sein. Eine Nachricht sollte grundsätzlich nicht mehr als 700 Zeichen umfassen, eine Reportage zwischen 4000 und 5000 Zeichen. Üblicherweise werden zunächst radioaffine Zehn-Zeilen-Meldungen zeitnah rausgeschickt und innerhalb der nächsten Stunden um ausführlichere Zusammenfassungen ergänzt.

Redakteure schreiben die Nachrichten, oft werden auch Freie Journalisten gegen Honorar beauftragt. Die für die Nachrichtenagentur geschriebenen Artikel sind keine urheberrechtlich geschützten Texte.

Welcher Service abonniert und damit geliefert wird entscheiden die Redaktionen selbstständig. Die Preise der Dienste richten sich nach ihrem Umfang und der verkauften Auflage der jeweiligen Publikation, bei elektronischen Medien richten sie sich nach der Reichweite. So gibt es eine Preisgerechtigkeit innerhalb des Pressewesens bezüglich der Nachrichtenagenturen.

Kritisiert wird immer wieder des Öfteren der übertriebene Stil der Nachrichten. Außerdem seien wissenschaftliche oder Nachrichten aus der Dritten Welt stark unterrepräsentiert.

Korrespondenten

Korrespondenten in mehreren Büros in Deutschland oder auf der Welt zu unterhalten ist sehr teuer. Kleine Redaktionen können sich selbstverständlich keine eigenen Korrespondenten leisten und auch die Korrespondenten der großen Medienstationen können nicht immer überall sein. Ihnen sind nämlich zumeist sehr große Gebiete unterstellt. Die Nachrichtenagenturen haben ebenfalls nicht überall ihre eigenen Korrespondenten. Sie arbeiten häufig auch mit fremdländischen Agenturen zusammen, werten andere Medienberichte aus (aus dem TV, anderen Zeitungen oder dem Internet) und arbeiten mit Experten zusammen

Dringlichkeitsstufen

Es gibt verschiedene Dringlichkeitsstufen: als höchste Priorität wird die Blitzmeldung eingestuft, diese wird jedoch selten und nur für außerordentliche Ereignisse (Beginn eines Krieges, Tod sehr wichtiger Persönlichkeiten) verwendet. Die nächste Stufe ist die Eilmeldung. Sie berichtet über außerordentliche politische Entscheidungen oder Ereignisse, aber auch Naturkatastrophen. Sie wird auch für Korrekturmeldungen verwendet, wenn zuvor falsche Informationen übermittelt wurden, diese wird zumeist zweimal verschickt, gesendet damit sie keineswegs von den Redakteuren übersehen wird und die Falschmeldung letztendlich in der Publikation doch erscheint. Die Schnellmeldung ist eine knappe und präzise formulierte Meldung mit der dritten Prioritätsstufe. Die meisten Meldungen werden mit als „Dringend“ oder als „Normal“ eingestuft.

Früher waren die Dringlichkeitsstufen sehr viel wichtiger, da die Eilmeldungen die anderen Meldungen in der Sendeschlange überholten. Die Meldungen wurden damals durch Klingeln an den Fernschreibern in den Redaktionen angekündigt, die je nach Dringlichkeitsstufe der Nachricht bestimmte Male klingelte. Heute gibt es diese Klingeln nicht mehr, stattdessen piepsen nun die Computer.

Weiterverarbeitung der Meldungen in den Redaktionen

Die Artikel der Nachrichtenagenturen werden entweder verarbeitet, dabei eigene Rechercheergebnisse und Informationen hinzugefügt oder sie werden einfach wortwörtlich übernommen und mit dem Kürzel der jeweiligen Agentur am Anfang des Artikels versehen. Durch diese vorgeschriebenen Meldungen, meist in druckfertiger Fassung nehmen sie den Redaktionen beziehungsweise den Redakteuren sehr viel Arbeit ab.

Presserechtlich verantwortlich sind allerdings weiter die Chefredakteure oder Ressortleiter der jeweiligen Publikation, diese müssten alles kritisch überprüfen (Verbreiterhaftung).

Der deutsche Markt

Deutschland ist das Land mit den meisten Nachrichtenagenturen in seiner eigenen Sprache. Die dpa ist die unbestrittene Marktführerin, die so genannte Primäragentur, nur sechs Tageszeitungen sind nicht Kunden der dpa. Unter den Komplementäragenturen gibt es eine große Konkurrenzsituation. Die Redaktionen von Tageszeitungen abonnieren durchschnittlich 2,5 Basisdienste von Nachrichtenagenturen, 68 Tageszeitungen nehmen sogar 3 bis 5 Dienste in Anspruch. Dazu kommen häufig noch themenspezifische Agenturen, für Sonderthemenhefte beispielsweise.

Die sinkenden Auflagenzahlen sind zurzeit ein Problem der Nachrichtenagenturen. Vor einigen Jahren wurden die dpa und auch die AP wegen ihrer hohen Kosten kritisiert. Die dpa senkte daraufhin die Kosten und bietet seitdem neue Abonnementleistungen an, die Landesdienste sind nun in den Basisdiensten integriert und müssen nicht mehr gesondert abonniert werden. Bald wird ein neues Modulsystem eingeführt, wonach die alte Einteilung wegfällt. Dann wird zwischen Standardberichterstattung, Hintergrundberichterstattung, Terminen etc. unterschieden.

Die AP besitzt zwar ein hohes Ansehen in Deutschland, wegen ihrer hohen Qualität, aber sie hat in den letzten Jahren wegen ihrer hohen Preise an Marktanteilen verloren.

Dafür konnte die AFP ihre Kundenanzahl von 1999 bis 2006 verdoppeln auf mittlerweile 66. Vor allem im Bereich der internationalen Nachrichten, aber auch Hintergrundartikel zu deutschen Themen, vor allem der Politik, ist ihr Marktanteil gestiegen. Außerdem verkauft sie mittlerweile internationale Fotos direkt und bei deutschen Fotos kooperiert sie mit dem DDP. Die AFP hat den sid aufgekauft. Ihr Umsatz 2005 betrug circa 6,1 Mio. Euro.

Der Deutsche Depeschendienst hat zurzeit 42 Kunden. Er bietet einen Moduldienst an, außerdem hat er 90 Kunden bei den Landesdiensten und 70 bei den Bilderdiensten.

Die aktuellen Marktanteile bei Tageszeitungskunden waren 2006 folgende: 95,7 % DPA, AP 47,1 %, Reuters 33,3 %, AFP 47,8 %, ddp 30,4 %.

Zukunft

Dennoch gibt es immer mal wieder Konflikte zwischen den Redaktionen und den Nachrichtenagenturen, so haben im Juni 2003 die Kunden der dpa einen Tag keine dpa-Meldung verwendet oder abgedruckt. Damit haben sie gegen die manifestierten Abonnementmöglichkeiten und gegen die Preispolitik der Nachrichtenagentur protestiert.

Es wird eine Verringerung der Nachrichtenagenturen in den nächsten Jahren erwartet, was die publizistische Vielfalt und die Unabhängigkeit der Informationsbeschaffung beeinträchtigen wird.

Zitate dazu

"Das meiste, was auf der Welt passiert, berichten die Agenturen nicht.
Das meiste, was die Agenturen berichten, wird nicht gedruckt und nicht gesendet.
Das meiste was gedruckt oder gesendet wird, wird nicht gehört und nicht gelesen."
–Quelle: Wolf Schneider: 'Unsere tägliche Desinformation'. Hamburg: G+J, ²1984. S. 11.

Literatur

  • He, Jianming: Die Nachrichtenagenturen in Deutschland. Geschichte und Gegenwart. Frankfurt am Main [u.a.]: Lang, 1996. ISBN 3-631-49394-0
  • Schneider, Wolf; Raue, Paul-Josef: Das neue Handbuch des Journalismus. Hamburg 2003. ISBN 349961569X
  • Hans-Bredow-Institut (Hrsg.): Medien von A bis Z. Wiesbaden 2006. ISBN 3531144170
  • Resing, Christian: Nachrichtenagenturen – Dienstleister für die Zeitungen. In: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger: Zeitungen 2006. Berlin 2006. ISBN 3939705000, S. 244-253.
  • Noelle-Neumann, Elisabeth; Schulz, Winfried; Wilke, Jürgen (Hrsg.): Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. . ISBN 3596122600

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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