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Montanindustrie
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Als Montanindustrie (von lat. mons Berg) wird die Industrie bezeichnet, deren überwiegender Unternehmenszweck in der Förderung von Kohle oder Eisenerz, in der Aufbereitung der Kohle oder in der Eisen- und Stahlerzeugung liegen.
Bereits in der Bronzezeit und der darauffolgenden Eisenzeit hatten die Menschen begonnen, Metalle unter hohen Temperaturen zu verarbeiten. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden Metalle manuell von Handwerkern, den Schmieden zu Waren, Werkzeugen, Waffen und Schmuck verarbeitet.
Mit der Industrialisierung und der Erfindung des Stahls wurden die Schmieden durch Stahlwerke und Fabriken abgelöst, die die Erzeugnisse in günstiger Massenproduktion auf den Markt bringen konnten. Die Montanindustrie entstand. Durch die neuen Technologien wurden auch Erzeugnisse möglich, die aufgrund ihrer Größe manuell nicht handhabbar gewesen wären, z.B. Eisenbahnschienen und -Loks, die die Industrialisierung weiter voran trieben, oder relativ preiswerter Baustahl, ohne den die Stahlbetonbauweise moderner Großbauten nicht möglich wäre. Auch der moderne Fahrzeugbau wäre ohne eine produktive Montanindustrie nicht denkbar.
Die Stahlwerke stahlverarbeitenden Fabriken siedelten bevorzugt in der Nähe von entsprechenden Rohstoffvorkommen an. Bedeutende Standorte in Deutschland sind das Ruhrgebiet (besonders Duisburg), das Aachener Revier und das Saarland, wo es Kohlevorkommen gibt. In den USA entstand die Montanindustrie aus den gleichen Gründen in der Gegend um Pittsburgh. Auch in Schweden entwickelte sich auf Grund der Eisenerzvorkommen eine bedeutsame Montanindustrie. Oft entwickelten sich die um die Standorte gelegenen Dörfer oder Kleinstädte mit dem Boom zu großen Städten.
War die Montanindustrie in Deutschland bis in die 1960er Jahre hinein Motor des deutschen Wirtschaftswunders, ist die Bedeutung der Montanindustrie in Deutschland seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Die seit dieser Zeit in Wellen auftretenden Stahlkrisen haben in den alten Industrienationen zu einer radikalen Konzentration von Produktionskapazitäten und - damit einhergehend - zu Arbeitsplatzverlusten geführt. So wird mit weniger Arbeitskräften ein erheblich größeres Produktionsvolumen als beispielsweise in den 1970er Jahren erwirtschaftet.
In den betroffenen Gebieten und Städten ging diese Veränderung mit einem tiefgreifenden Wandel der Wirtschaftsstruktur hin zur Dienstleistungsgesellschaft einher, dem so genannten Strukturwandel. Dieser wurde an den verschiedenen Standorten allerdings unterschiedlich gut bewältigt und hinterließ meist größere Probleme in diesen ehemals monostrukturierten Gebieten. Der Strukturwandel ist vielerorts noch nicht abgeschlossen.
Die Montanindustrie ist heute vor allem in Schwellenländern und Drittweltstaaten verbreitet.
Siehe auch
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