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Mönchtum

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert das Thema in Zusammenhang mit Religion; andere Bedeutungen siehe Mönch (Begriffsklärung).

Der Begriff Mönchtum bezeichnet die Gesamtheit aller Mönche.

Das Mönchtum ist die von asketischen Idealen geprägte religiöse Praktik, in Abkehr von der Welt den weltlichen Zielen zu entsagen, um das eigene Leben ganz dem jeweiligen spirituellen Ziel zu weihen. In verschiedenen Religionen existieren verschiedene Ausprägungen des Mönchtums, so vor allem im Buddhismus und im Christentum, jedoch auch im Hinduismus sowie Daoismus.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Das Wort Mönch kommt aus dem kirchenlateinischen monachus „Einsiedler“, das abgeleitet ist vom griechischen monos „allein“. Der Mönch bzw. sein weibliches Pendant, die Nonne, ist ein asketisch lebendes Mitglied einer Religion, das sich zeitweise oder auf Lebenszeit in den Dienst seines Glaubens stellt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Mönchtum meist im Zusammenhang mit einer bestimmten Religion gebraucht, z. B. „Das buddhistische Mönchtum“, daneben auch auch für eine soziokulturelle Schicht: „Das Mönchstum im Mittelalter“

Grundlegendes

Ein Hauptziel des Mönchtums ist das mystische Streben nach der diesseitigen Vereinigung mit der allumfassenden Gottheit bzw. das Erreichen der vollkommenen inneren Leere mit der unmittelbaren Erfahrung einer göttlichen transzendenten Realität, die die gewöhnliche Erkenntnisfähigkeit des Menschen übersteigt. Diesem Ziel können z. B. ekstatische Hingabe, Meditation, Gebet, Askese, Fasten, aber auch Kasteiung, Selbstgeißelung, und Kampftechniken dienen.

„Es ist nichts Leichtes um das Tun eines Mönchs; deshalb haben auch schon viele, die hierher kamen, nicht ausgehalten.“

– Der Eremit Palamon zu seinem Schüler Pachomios, um 320 n. Chr.

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Lebensformen

Allein oder gemeinsam einsam

Ein Mönch kann allein als Einsiedler (Eremit), als Anachoret leben, entweder abgeschlossen für sich in der Nähe der menschlichen Siedlungen oder weit weg in der Wildnis der Wälder oder in der Einsamkeit der Wüste. Die irischen und gallischen Mönche des 5. und 6. Jahrhunderts sind sogar auf entlegene Inseln geflüchtet oder überließen sich auf kleinen Booten den Gefahren des Meeres. Strengster Anachorese unterwerfen sich auch heute noch buddhistische Mönche in Tibet, die sich allein in dunkle Höhlen einmauern lassen, nur mit einer Durchreiche fürs Essen mit der Außenwelt verbunden. In Klöstern ziehen sich hinter schützende Mauern die Koinobiten zurück, die ein "gemeinsames Leben" (= griechisch koinos bios) führen.

Vita contemplativa und Vita activa

Als Vita contemplativa versteht man in der Tradition Benedikt von Nursias das mönchische Ideal eines zurückgezogenen Lebens, wie es schon im buddhistischen Mönchtum seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. ausgeübt wurde und es auch die Eremiten des 3. und 4. nachchristlichen Jahrhunderts führten. Die Vita contemplativa verlangt die Abwendung von den weltlichen Dingen (z. B. Reichtum, Ehre, Macht, Völlerei und Sex) und die Hinwendung zu Gott, wohingegen der Gegenbegriff der Vita activa den Aspekt tätiger Nächstenliebe betont.

Acedia contra ora et labora

Acedia, die tödliche Langeweile, beschreibt in den Erfahrungen der ersten christlichen Einsiedler die Auswirkungen von trübsinnigen Gedanken, die als persönlichkeitsgefährdend gelten und depressiv machen. Der Schriftsteller Euagrios Pontikos sah in der Depression ein Übermaß an Verstimmtheit, Ekel und Überdruss. Er schrieb von einer gefährlichen Erschlaffung der Seelenkräfte, die den Mönch dem Wahnsinn und dem Scheitern seiner Bemühungen ausliefern. Die christlichen Mönche entwickelten, ausgehend von der Lebensweise des Heiligen Antonius, ein Programm, das Arbeit und Gebet in gesundem Verhältnis gegenüberstellt. Die Arbeit schützte den Mönch vor übertriebener Nabelschau und diente zwei Zielen: beim Gebet die Gedanken zu bündeln und nicht abschweifen zu lassen und zweitens zum Erwerb des Lebensunterhalts. Demgegenüber ist den buddhistischen Mönchen das aktive Betteln verboten; sie dürfen nur annehmen, was ihnen von Anderen freiwillig angeboten wird. Viele buddhistische Schulen lehnen auch Arbeit der Mönche zum Lebensunterhalt ab, in anderen, insbesondere dem Zen-Buddhismus, ist sie Teil der Praxis.

Kampf und Krieg

Nachdem die buddhistischen Mönche in China feststellten, dass das lange Meditieren dem Kreislauf schadet, hat der Meister Bodhidharma (s. u.) auf der Grundlage einer indischen Kampftechnik ein Bewegungsprogramm für seine Mönche ausgearbeitet, das sich zum berühmten Kung Fu-Kampfsport entwickelte. Bald waren die Kung Fu-Mönche beliebte Mitstreiter in den Machtkämpfen der lokalen Herren und der Kaiser. Auch im orientalisch-christlichen Mönchtum tauchten schon in der Spätantike bewaffnete Mönchshorden auf, die die alexandrinischen Bischöfe in ihrem Kampf gegen das Heidentum und rivalisierende Häresien unterstützten. Während der Kreuzzüge wurde das auf christlich-ritterlichen Idealen basierende Kriegermönchtum (Tempelritter, Deutschherrenorden) zu einer der Stützen bei der Eroberung und Verteidigung des heiligen Landes. Die mönchischen Ideale der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und das Tötungsverbot stehen hierbei natürlich nicht mehr im Vordergrund.

Heute hier, morgen dort

Von Anfang an wurde im Mönchtum die Standortfrage diskutiert. Es gab Mönche, die ihre Askese in der Heimatlosigkeit suchten und rastlos umherzogen, während andere das freie Umherziehen als unwürdig ablehnten und die Sesshaftigkeit (stabilitas loci) bevorzugten. Im Hinduismus sind die umherziehenden Mönche, die sich nirgendwo länger aufhalten dürfen, um keine soziale Kontakte anknüpfen zu können, an der Tagesordnung, während im Christentum das freie Umherschweifen der Wandermönche als der Unmoral Vorschub leistend betrachtet wurde und schon bald nicht mehr praktiziert wurde.

Fernöstliche Religionen

Hinduismus

Die Mönche des Hinduismus sind die Sadhus (Sadhu = der Gute), die mit Swami angeredet werden oder mit Baba, Vater. Sadhus, die heiligen Männer Indiens, leben häufig als umherziehende, heimatlose Bettelmönche in ständiger Askese und Heimatlosigkeit. Andere dagegen bilden Gemeinschaften in einem Ashram oder einem Tempelkomplex. Sie treten in verschiedenen religiösen Ausprägungen auf. Unter den verschiedenen hinduistischen Orden gibt es z. B. Vaishnava, die Anhänger Vishnus, nach außen hin dadurch erkennbar, dass sie ihr Haar bis auf ein Büschel am Hinterkopf rasieren, oder Shaivas, die Anhänger Shivas, die ihr Haar wild wachsen lassen. Nach seinem Entschluss zur Entsagung schließt sich der künftige Sadhu einem Guru an, der ihn in die spirituelle Lehre sowie in Techniken der Askese und Meditation (Yoga) einführt und dem er als Schüler dient. Diese Asketen werden auch Muni genannt, ein Wort, das mit dem deutschen Mönch verwandt ist.

Ein Sadhu legt ein persönliches Gelübde ab, das je nach den Vorschriften seines Gurus verschiedene Anforderungen auferlegt. Das kann Heimatlosigkeit sein, Armut, sexuelle Enthaltsamkeit, Fasten sowie völlige Bedürfnislosigkeit. Einige Sadhus dürfen keine sozialen Kontakte zu den Mitmenschen pflegen, halten sich nie lange an einem Ort auf und leben von dem, was sie von ihren Mitmenschen erhalten. Manche von ihnen fallen durch bizarres Verhalten auf, durch extreme Formen der Askese und Selbstquälung, andere sind für ihren Rauschgiftkonsum bekannt. Viele Sadhus sehen die Welt als Trugbild, der man sich entsagt und der man sich abtöten soll, um Erleuchtung in der transzendenten Wirklichkeit zu erlangen. Sie suchen Erlösung aus dem ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt.

Seit dem achten Jahrhundert gibt es im Hinduismus auch Klöster (Matha), die meist mit Tempeln assoziiert sind. Die ersten wurden unter Shankara, einem großen Hindu-Philosophen, gegründet, der mit seinen Mönchen den Hinduismus dem wachsenden Buddhismus gegenüber stärken wollte. Die dort lebenden Samnyasin, die 'Entsagenden', folgen noch heute dem alten Ideal der Askese, suchen spirituelles Wachstum, studieren und lehren die Heiligen Schriften. Hindumönche, die sich neben spirituellen Aktivitäten auch mit philanthropischen und humanistischen Aufgaben beschäftigen sind besonders jene der Ramakrishna-Mission sowie die der Swaminarayan-Mission, beide in Indien sehr populär. Dem Ramakrishna-Orden gehören auch Nonnen an.

Jainismus

Mahavira, genannt der Jina (Sieger), war der Begründer der indischen Religion des Jainismus und lebte im 6. Jahrhundert v. Chr. Er führte sein Leben nach den fünf großen Gelübden der Entsagung, die heute noch für einen Jaina Maßstab sind:

  • Ahimsa (Gewaltlosigkeit gegenüber allem Lebendigen)
  • Satya (Wahrhaftigkeit)
  • Achaurya (Nicht-Stehlen)
  • Brahmacharya (Keuschheit)
  • Aparigraha (Besitzlosigkeit)

Die Jainas bestehen aus zwei Schulen, den Digambaras und den Shvetambaras. Die Digambaras (Sanskrit: die Luftgekleideten) sind überwiegend Mönche; sie sind strenge Asketen und Verfechter des uneingeschränkten Existenzrechtes eines jeden Lebewesens. In ihrem Alltag treffen sie Vorkehrungen, um ein versehentliches Töten oder Verletzen anderer Lebewesen zu vermeiden. So tragen sie z. B. einen Mundschutz um ein versehentliches Einatmen von Insekten zu verhindern. Digambaras lehnen materiellen Besitz ab und sind meist nur mit einem Lendentuch bekleidet. Sie leben teilweise oder vollständig nackt; daher die Bezeichnung Digambara - die Luftgekleideten. Die Digambaras legen die Gebote des Jainismus strenger aus als die Shvetambaras, die ebenfalls Gläubige des Jainismus, jedoch überwiegend Laien sind.

Im Leben und Wirken von Mahatma Gandhi (1869 - 1948) sind viele Grundsätze des Jainismus verwirklicht.

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Junge Buddhistische Mönche in Tibet

Buddhismus

Hauptartikel: Buddhistisches Mönchtum

Im Buddhismus gab es die Mönchsgemeinde (Sangha) von Beginn an, also etwa seit 500 v. Chr. Zunächst nur für Mönche und später auch für Nonnen, wurden beide Orden von Buddha (um 560 - 480 v. Chr.) selbst gegründet. In den ersten Jahren wurden Anwärter nur vom Buddha selbst ordiniert. Später - mit schnell wachsender Gemeinde - übertrug er das Recht, Mönche aufzunehmen, seinen Jüngern. Das buddhistische Mönchs- und Nonnenleben ist asketischer als das in christlichen Orden. Zunächst gab es nur hauslose Wandermönche, erst später wurden Aufenthaltsstätten und Unterkünfte gestiftet. Bis dahin wurden nur zur Regenzeit Hütten gebaut, die am Ende wieder abgerissen wurden.

Die große Verehrung, die den buddhistischen Mönchen entgegen gebracht wird, gilt weniger der Person selbst als vielmehr dem Respekt vor dem Dharma, das der Mönch oder die Nonne verkörpert bzw. repräsentiert.

Der Lamaismus (Vajrayana) stützt sich auf die gleichen philosophischen Grundlagen wie das Mahayana.

Klosterleben in Thailand

In Thailand gibt es etwa 18.000 Wats (buddhistische Tempelanlagen), die vor allem in ländlichen Gebieten nicht nur Zentrum des religiösen, sondern auch des sozialen Lebens sind. Die Zahl der Mönche beträgt rund 160.000. Traditionell tritt fast jeder männliche Thai, aber nur wenige Frauen, einmal im Leben für mehrere Wochen in ein Kloster ein, um sich in der Meditation zu üben und den Regeln der Mönchs- bzw. Nonnengemeinschaft (siehe auch Sangha) zu unterziehen. Etwa ein Drittel der männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 18 / 20 Jahren lebt für ein bis sechs Jahre als Novizen im Tempel und geht von dort aus in besondere Mönchsschulen mit Schwerpunkt „Religionsunterricht“ aber auch mit anderen Fächern.

Nach Beendigung der Schule legen die meisten von ihnen die Robe ab und kehren als Laien in die Gesellschaft zurück, um zu studieren, eine Lehre zu machen oder einen Job zu suchen. Sofern ein Novize mit 20 Jahren noch im Tempel ist, muss er sich entscheiden auszutreten oder Mönch zu werden. Stirbt jemand in der Familie, ist es üblich, dass ein Familienmitglied, meist ein Sohn, Enkel oder Neffe, ordiniert wird, um die Totenfeiern als Mitglied der Sangha zu begleiten; meistens dauert dieser Tempelaufenthalt nur drei, fünf oder sieben Tage. Ist jemand in einer persönlichen Krise, vom Geschäftsleben gestresst, hat seine Pflichten als Familienvater erfüllt oder ist Witwer geworden, kann er bis zu dreimal Mönch auf Zeit sein, wobei er das Kloster und die Dauer seiner Ordination frei wählen kann. Dieser Rückzug hat häufig die Dauer einer Regenzeit (drei Monate) oder eines Jahres. Ältere nehmen damit auch Abschied vom Berufsleben und bleiben Mönche für den Rest ihres Lebens. Mönche, Novizen und Nonnen werden als Vorbilder gesehen und genießen in der Gesellschaft hohen Respekt.

Siehe auch: Buddhismus in Thailand#Das Mönchtum in Thailand

China und Japan

Daoismus

Auch im Daoismus gibt es Klöster, die ab dem 12.Jahrhundert nach Vorbild des Buddhismus eingerichtet wurden. Die Schule des Daoismus, in der zölibatäre Mönche und Nonnen in Klöstern ein Leben der Meditation und Askese leben, ist das Neidan (Quanzhen). Die Schule des Quanzhen betont, dass das Ziel nicht die physische Unsterblichkeit ist, wie in den früheren Schulen des Daoismus (z.B. der Himmelsmeister oder des Shangqing), sondern dass es um rein innerliche Prozesse geht, die den Geist über die Welt setzen. Die Quanzhen-Schule stellte die erste Schule des Daoismus dar, die nach Vorbild des Chan-Buddhismus Klöster errichtete und strenge Regeln des Zölibats, der Enthaltsamkeit von Alkohol, Fleisch, Begierden, Zorn und Reichtümern einführte (aus dem Artikel Quanzhen).

Das Shaolin-Kloster

Das buddhistische Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan wurde um 500 gegründet. Im Jahr 527 kam der Legende nach der indische Mönch Bodhidharma in das Kloster und begründete dort die Lehre des Chan-(japanisch. Zen)-Buddhismus, der den meditativen Aspekt des Mönchtums betonte. Um die von den langen Meditationen körperlich geschwächten Mönche des Klosters gesundheitlich zu fördern, entwickelte Bodhidharma auf der Grundlage von indischen Kampfformen die Techniken des Shaolin, körperliche Fitnessübungen, um die Muskulatur aufzubauen und die Gesundheit der Mönche zu stärken. Daraus entwickelten sich die bekannten und beliebten Kampftechniken des Kung Fu. In den häufigen Wirren der dynastischen Kämpfe um den chinesischen Kaiserthron waren diese Kampfmönche beliebte Verbündete, die sich nicht nur Überfällen auf ihr Kloster zu erwehren wussten, sondern auch aktiv in die Kämpfe zu Gunsten ihrer kaiserlichen Förderer eingriffen. Zeitweise unterhielt das Kloster eine Armee von 2.500 Mann. Das Kloster wurde mit Landschenkungen bedacht, der Abt des Klosters wurde zum kaiserlichen General ernannt, und die Kampfmönche genossen hohes Ansehen. Es liegt auf der Hand, dass hier die Askese zu Gunsten der Kampfbereitschaft zurücktreten musste, und auch heute leben noch Mönche im Kloster, die die Schulung in den traditionellen Kampftechniken des Kung Fu zum Broterwerb gemacht haben und als Manager von Fitnesszentren auftreten.

Japanisches Zen-Mönchtum

Zen-Buddhismus oder Zen (jap.: 禅 - Zen) ist eine in China ab dem 5. Jahrhundert nach Christus entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Name 禅 (Chan) stammt von dem Sanskritwort Dhyana, das in das Chinesische als 禅那 (Chan'na) übertragen wurde. Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Zen auch nach Japan übertragen. Die im Westen verwendeten Begriffe zum Zen stammen meistens aus dem Japanischen.

Zentrales Element der Praxis des Zen ist die Sitzmeditation Zazen, die im Lotus-Sitz in strenger äußerer Disziplin vor allem in Klöstern ausgeübt wird. Indem der Übende alle seine Gedanken zur Ruhe bringt, ermöglicht er die mystische Erfahrung der Erleuchtung (Satori), ein oft plötzlich eintretendes Erleben universeller Einheit und Leere, das der gesamtbuddhistischen Erleuchtung (sanskr.: bodhi) entspricht. In diesem Zusammenhang ist oft vom Buddha-Werden, oder der Verwirklichung der eigenen Buddhanatur die Rede. Der Sprache und Kommunikation ist diese Erfahrung höchstens indirekt zugänglich (aus dem Artikel Zen-Buddhismus).

Der Zölibat ist in fast allen in Japan verbreiteten buddhistischen Richtungen aufgehoben, die meisten Mönche haben Familie und betreiben ihre Tempel wie einen Familienbetrieb, der später an die Kinder weitergegeben wird. Solche Familientempel sind häufig von einem kleinen Friedhof umgeben und versorgen eine lokale Gemeinde von Gläubigen mit religiösen Dienstleistungen, vor allem bei Todesfällen. Eine Randstellung unter den buddhistischen Mönchen nehmen die Bergasketen (yamabushi) ein. Sie besitzen eine eigene Tracht und eigene Riten, die stark vom esoterischen Buddhismus beeinflusst sind. [1]

Buddhistische Klöster scheinen im alten Japan bereits früh Zentren homosexueller Aktivität gewesen zu sein; der Berg Koya, der Sitz von Kukais Kloster, wurde zum Beinamen für gleichgeschlechtliche Liebe. Hingegen enthalten weder Shinto noch die japanische Lesart des Konfuzianismus irgendwelche Verbote. Genügend Mönche scheinen der Ansicht gewesen zu sein, dass ihr Keuschheitsgelübde sich nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen erstreckte, so dass Geschichten, die von den Affären zwischen Mönchen und jungen Akolythen erzählen, unter dem Namen Chigo Monogatari relativ populär waren. Solche Affären wurden milde bespöttelt, solange die Leidenschaften nicht bis zu körperlicher Gewalt eskalierten, was durchaus nicht ungewöhnlich war. Jesuiten berichteten entsetzt über die Verbreitung der "Sodomie" unter buddhistischen Mönchen (aus dem Artikel Homosexualität in Japan).

Christentum

Vorläufer im Judentum: Die Essener und die Therapeuten

Die um 150 v. Chr. bis 70 n. Chr. wirkende Sekte der so genannten Essäer oder Essener kann als Vorläufer späterer Mönchsorden angesehen werden. Sie lebten getrennt vom Tempeljudentum und in Anlehnung an Jer 31,31-34 als Neuer Bund in klösterlicher Einsamkeit. Sie forderten asketische Ordensgemeinschaft mit Gütergemeinschaft, ähnlich den ägyptischen Therapeuten bei Alexandria, bei denen es allerdings auch weibliche Mitglieder gab. Wie die Pharisäer wandten sie sich gegen die Ernennung Jonatans zum Hohenpriester und widersetzten sich seiner Führung. Das Priesterkönigtum der Hasmonäer verabscheuten sie (aus dem Artikel Essener). Ein eigentliches jüdisches Mönchtum hat sich daraus nicht entwickelt.

Johannes und Jesus

Der bekannteste Asket im Neuen Testament ist Johannes der Täufer, der den Verzicht auf Eigentum, festen Wohnsitz etc. predigte und praktizierte. Er lebte, wie später die ersten christlichen Mönche, in der Wüste und ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig.

Jesus fastete zeitweilig selbst, z. B. während seines vierzigtägigen Wüstenaufenthaltes, erließ aber kein allgemeines Gebot zu asketischen Praktiken (z.B. Fasten, Kasteiungen, Büssergewand), sondern äußerte im Gegenteil deutliche Kritik an asketischen Praktiken, sofern sie missbraucht wurden, um bei anderen Eindruck zu machen, und religiöse Herrschaftsansprüche durchzusetzen wie es die Pharisäer taten. Diese bezeichneten Jesus als "Fresser und Weinsäufer", um seinen religiösen Anspruch zu untergraben ([[Evangelium nach Matthäus

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|Mt]] 11,19 EU

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, Jesus war nämlich häufig bei Reichen und 'Sündern' eingeladen, ohne sich um sein Image zu kümmern.
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Ein römisch-katholischer Mönch
Allerdings predigte Jesus selbst das Ideal der Armut, davon, alles Geld den Armen zu geben und damit im Himmel Schätze anzuhäufen, wo keine Motten und Würmer sie vernichten,...denn wo Dein Schatz ist wird Dein Herz sein ([[Evangelium nach Matthäus
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|Mt]] 6,19 EU

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. Die Meditation über diese Bibelstelle brachte viele Menschen dazu, ein bescheidenes Leben als Wohltäter zu führen. Ein weitere Bibelstelle, die speziell zum Mönchtum einlud, ist Jesu Antwort an den reichen Jüngling, wenn du vollkommen sein willst, geh hin, verkaufe deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach ([[Evangelium nach Matthäus

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|Mt]] 19,21 EU

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. Eine weitere Stelle, die asketisches Leben predigt, und durch die sich z.B. der ursprünglich reiche Franz von Assisi ansprechen ließ, um dann zum Begründer der mittelalterlichen Bettelorden zu werden: umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken([[Evangelium nach Matthäus

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|Mt]] 10,10 EU

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Frühchristliche Askese

Bereits Paulus von Tarsus (* um 10; † um 65) und der Heilige Barnabas brachten eine gewisse leib- und lustfeindliche Haltung in die christliche Lehre ein. In Erwartung einer baldigen Neuschöpfung der Welt bevorzugte er die Jungfräulichkeit gegenüber der Ausübung der Sexualität, die er allerdings nicht als Sünde betrachtete. Die Paulus nachfolgenden Prediger und Propheten des 1. und 2. Jahrhunderts stellten darauf aufbauend das enthaltsame, jungfräuliche Leben als gottgefällig heraus.

Tertullian (* um 160; † um 220/30) entfaltete systematische Anweisungen für ein asketisches Leben von Christen, wobei hauptsächlich die Ehelosigkeit als wirksames Instrument angesehen wurde. Er war seit etwa 210 Führer der Montanisten, einer christlichen Sekte in Kleinasien, die eine strenge Askese, verschärftes Fasten, die Auflösung der Ehe und die Bereitschaft zum Martyrium forderte.

Origenes (* um 185; † 253/54), der große christliche Theologe des 3. Jahrhunderts, stellte in seinen Werken den geistlichen Kampf um das Ideal der Jungfräulichkeit heraus; nur der wahre Asket werde sich Gott nähern. Ob er sich in strenger, missverstandener Auslegung von Matthäus 19,12 selbst entmannt hat, ist umstritten - Tatsache ist jedoch, dass die Selbstentmannung gängige Praxis unter asketischen Christen war und 325 auf dem Konzil von Nicäa scharf verurteilt wurde.

Frühes Mönchtum

Das frühe christliche Mönchtum sucht die Nachfolge Christi durch Weltabkehr und strenge Askese und sieht sich in seinen asketischen Bemühungen in der Tradition der Märtyrer.

Athanasios (um 300 - 373), der Bischof von Alexandria, beschrieb in der von ihm verfassten Vita Antonii das Leben des Heiligen Antonius (um 250 - 356), des ersten christlichen Mönchs. Antonius ging als junger Mann in die Einsamkeit der ägyptischen Wüste, um als Anachoret ein strenges asketischen Leben zu führen. Wüste wurde als Aufenthaltsort von Dämonen angesehen und stand damit neben den erschwerten Lebensbedingungen auch für ein hartes geistliches Ringen (vgl. Darstellung des Antonius auf der Bildtafel des Isenheimer Altars). Athanasios berichtet allerdings, dass sich Antonius vorher Rat geholt hat bei bereits asketisch lebenden Männern und von ihnen verschiedene asketische Techniken erlernt hat, was bedeutet, dass es, wie oben beschrieben, bereits eine verbreitete asketische Tradition im Christentum gab. Bereits um 305 sammelten sich um Antonius Nachahmer, die seine Lebensweise als Vorbild sahen, und bildeten so erste Mönchsgemeinschaften. Auf Antonius wird auch die mönchische Lebensweise des ora et labora, des Wechsels zwischen Meditation und Arbeit, zurückgeführt.

Diese Mönchsgemeinschaften bildeten die Vorstufe für die um 320/25 von Pachomios (um 292/94 - 346) in Oberägypten gegründeten ersten christlichen Klöster, wo viele Mönche hinter abgeschlossenen Klostermauern (lat. Klausur) ein gemeinsames - koinobitisches - Leben führten. Das Koinobion wurde von einem Abbas (Abt) genannten Vorsteher geführt und richtete sich nach gemeinsamen Regeln. Pachomios ist somit auch der Verfasser der ersten Klosterregel des christlichen Mönchtums, der so genannten Engelsregel. Seine Schwester war übrigens etwa zeitgleich die erste Leiterin einer ersten weiblichen Klostergemeinschaft.

Es gibt bei Johannes Cassianus (um 360 - um 435) Berichte über andere Lebensformen im frühen christlichen Mönchtum, z. B. über die so genannten Sarabaiten, Mönchen, die in kleinen Gruppen gemeinsam ohne vorgesetzten Abt in den Dörfern oder Städten wohnten und ihrem Broterwerb nachgingen, ohne auf ihr Einkommen zu verzichten. Wir hören auch von Wandermönchen, die sich nicht an eine Einsiedelei oder an ein Kloster banden, sondern in der Heimatlosigkeit ihr Heil suchten. Die Popularität des ägyptischen Mönchtums erleichterte die Weiterverbreitung nach Palästina, Syrien, Kleinasien, u. a. durch Hieronymus, der später selbst ein großer Förderer des christlichen Mönchtums und besonders auch des Nonnentums wurde. Spätere Auswüchse des Mönchtums sind z. B. in Syrien die Säulenheiligen mit ihrem berühmtesten Vertreter Symeon Stylites, die sich in sehr ungewöhnlichen Askesetechniken hervortaten.

Einer der bedeutendsten Vertreter und der Begründer einer Ordensregel für das östliche (orthodoxe) Mönchtum ist Basilius von Caesarea (um 330 - 379). Seine Kombination von Askese und Studium, ausgedrückt in der Basilius-Regel, bestimmt bis in die Gegenwart das Klosterleben der Ostkirche und hat auch Benedikt von Nursia und damit viele Orden des Westens beeinflusst.

In der Anfangszeit des westlichen Ordenslebens spielten Augustinus von Hippo, Martin von Tours, Hilarius von Lerinus, Johannes Cassianus und später die irischen Wandermönche eine besondere Rolle.

Mittelalter und Neuzeit

Das mittelalterliche Mönchtum des Abendlandes ist geprägt von Benedikt von Nursia, dem Gründer der Benediktiner, die neben den Evangelischen Räten dem Grundsatz ora et labora ("bete und arbeite") und einer strengen Ordensregel (Gemeinschaft, Tagesablauf) folgten. Auch die Ritterorden gehen auf Benedikt zurück. Für eine Rückbesinnung auf die Einhaltung der Regeln und die geistlichen Ziele sorgten die Zisterzienser und die Cluniazensische Reform. Im hohen Mittelalter gaben Franz von Assisi und der heilige Dominikus durch die Gründung von Bettel- und Predigerorden dem Mönchtum neue Impulse, die bis heute ein reiches Ordensleben begründen.

Im östlichen christlich-orthodoxen Mönchtum spiegelt die Gründung der Klosterrepublik Athos in Nordgriechenland im 9. Jahrhundert die große Bedeutung, die das Mönchtum im byzantinischen Reich genoss, wieder. Hier und in den orientalischen Klöstern, u. a. im Katharinenkloster auf dem Berg Sinai oder dem Antonioskloster in Ägypten, hat sich die orthodoxe Klosterkultur über die Jahrhunderte der Islamisierung hinaus erhalten.

Weblinks

Einzelnachweise

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