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Ligand

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt die Bedeutung des Begriffs Ligand in der Komplexchemie. Für die Bedeutung in der Biochemie, siehe Ligand (Biochemie).

Die Bezeichnung Ligand (lat. ligare = binden) stammt aus der Komplexchemie (der Organik und Anorganik) und bezeichnet ein (meist negativ) geladenes Ion oder ungeladenes Molekül, das in Folge einer Komplexbildungsreaktion über eine sogenannte koordinative Bindung an ein Zentralteilchen (meist ein Metallkation) bzw. an ein Molekül gebunden ist. Als Ligand kann man auch allgemeiner eine Gruppe von Atomen oder einzelne Atome verstehen, die an ein zentrales Teilchen koordiniert sind. So sind beispielsweise in der Struktur SF6 die sechs F-Atome Liganden des Zentralteilchens S.

Die Besonderheit der Komplexverbindung und der Unterschied zwischen der kovalenten und der koordinativen Bindung besteht darin, dass bei der koordinativen Bindung alle Bindungselektronen vom Liganden zur Verfügung gestellt werden, das heißt, ein Ligand muss über mindestens ein freies Elektronenpaar verfügen. Komplexverbindungen sind zum Beispiel das rote Blutlaugensalz (Kaliumhexacyanidoferrat(III)), bei dem das zentrale Eisenion von sechs Liganden, in diesem Fall Cyanidionen umgeben ist. Ein weiteres Beispiel ist Chlorophyll, in dem das zentrale Magnesiumion von einem komplexen Porphyrin umgeben ist.

Strukturformel der Chlorophylle a und b.
Strukturformel der Chlorophylle a und b.

In der pharmazeutischen Forschung werden neue Wirkstoffe entwickelt, indem computerunterstützt die Wechselwirkung von neu entworfenen Liganden mit biologischen Rezeptoren virtuell berechnet wird. Wesentliche Parameter für die Simulationen sind dabei die Bindungsenergien und sterische Eigenschaften der Bindungspartner. Während der Entwicklungsphase von Wirkstoffen – zum Beispiel von Medikamenten – werden üblicherweise pro Zielprotein (target) zehntausende von Liganden ausgetestet.

siehe auch: Liganden-Abkürzungen, Ligandenfeldtheorie, Schlüssel-Schloss-Prinzip, Komplexbildungsreaktion

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