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Latenz

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Latenz (v. lat.: latens = verborgen) bedeutet etwas Verborgenes, unter der Oberfläche, noch nicht in Erscheinung Tretendes. In verschiedenen Zusammenhängen spricht man auch von der Latenzzeit als Zeitraum zwischen einer Aktion und dem Eintreten einer Reaktion, also einer Verzögerungszeit. Die Latenz bezeichnet:

  • in der Physiologie die Zeit, die zwischen einem Reiz und dem dadurch ausgelösten, messbaren Ereignis (z.B. ein Aktionspotential) vergeht.
  • in der Medizin die noch symptomlose Zeit einer Krankheit nach dem auslösenden Ereignis (z.B. Ansteckung), man spricht auch von einer latenten Störung. Die Latenzzeit wird dort auch mit Inkubationszeit bezeichnet; siehe auch Krankheitsverlauf.
  • in der Psychoanalyse Inhalte des Unterbewusstseins als latent; des weiteren wird das Alter vom 5. bis 11. Lebensjahr als sexuelle Latenzperiode oder Latenzphase bezeichnet
  • in der Soziologie latente Funktionen und Motive von Handlungen so. (Der Gegensatz ist manifest); siehe auch Latent Pattern Maintenance bei Talcott Parsons
  • in der Informatik den Begriff Latenzzeit synonym für Verzögerungszeit. Im Allgemeinen handelt es sich um das Zeitintervall vom Ende eines Ereignisses bis zum Beginn der Reaktion auf dieses Ereignis. Zum Beispiel:
    • die Zeitspanne, bis nach einer Anfrage an ein Massenspeichermedium die ersten Daten übertragen werden. Die größten Latenzzeiten entstehen dabei durch mechanische Bewegungen, z. B. bei einer Festplatte die Positionierung des Schreib-/Lesekopfes. Die CAS Latency ist ein Maß für die Zugriffszeit bei Arbeitsspeicher-Modulen.
    • die Zeitspanne, die ein Datenpaket in Computernetzwerken von Sender zu Empfänger benötigt. Diese kommt durch die Laufzeit im Übertragungsmedium und durch die Verarbeitungszeit aktiver Komponenten (z. B. Switch, im Gegensatz zu passiven Komponenten wie z. B. einem Hub) zustande. Die Latenz entspricht in etwa der Hälfte der Roundtrip-Zeit (Hin- und Rückweg) eines Ping.
    • die Verzögerungszeit einer Soundkarte, um ein Audiosignal vom Eingang zum Ausgang der Karte zu wandeln - Ein analoger Impuls wird in ein digitales Signal gewandelt und wieder zurück.
  • in der Physik die bei einem Phasenübergang aufgenommene oder abgegebene Wärmemenge als latente Wärme, weil die Aufnahme bzw. Abgabe dieser Wärme nicht zu einer Temperaturänderung führt.
Bild:Disambig-dark.svg Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.
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