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Kanton Graubünden

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Kanton Graubünden
Basisdaten
Hauptort: Chur
Fläche: 7'105 km²
(Rang 1)
Einwohner: 187'803 (2005)
(Rang 14)
Bevölkerungsdichte: 26 Einw./km²
(Rang 26)
Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803
Abkürzung: GR (ISO:CH-GR)
Sprachen: Deutsch, Italienisch,
Rätoromanisch
Website: Kanton Graubünden
Karte

Der Kanton Graubünden (Deutsch: Graubünden; Französisch: Grisons; Italienisch: Grigioni; Romanisch: Grischun; Englisch: Graubunden (manchmal auch Grisons); Jenisch: t'obe (manchmal auch Bündner)) ist der östlichst gelegene und flächenmässig grösste Kanton der Schweiz. Seine Einwohner werden als Bündner bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

  • Höchste Erhebung: Piz Bernina (4'049 m ü. M.)
  • Tiefster Punkt: Grenze zum Kanton Tessin (260 m ü. M.)

Der Kanton nimmt den gesamten südöstlichen Teil der Schweiz ein und ist vor allem durch Berglandschaften und Täler geprägt. Graubünden hat daher für Touristen bedeutende Naturschönheiten zu bieten.

Graubünden ist flächenmässig der grösste Kanton der Schweiz, ist aber aufgrund der geographischen Bedingungen dünn besiedelt. Von der Einwohnerzahl her belegt er nur den 14. Platz.

In Graubünden liegen insgesamt 462 Dreitausender und 2 Viertausender, der Piz Bernina (4'049 m) und La Spedla (4'020 m). Die höchsten Dreitausender sind der Piz Zupò (3'996 m), der Piz Alv (3'995 m), der Piz Scerscen (3'971 m), der Piz Argient (3'945 m) und der Piz Roseg (3'937 m)

Gemeinsame Kantonsgrenzen hat Graubünden im Südwesten mit dem Kanton Tessin, im Westen mit dem Uri, im Norden mit dem Glarus und dem St.Gallen. Graubünden bildet die Landesgrenze der Schweiz mit Liechtenstein sowie mit Österreich (Bundesländer Vorarlberg und Tirol) im Norden, dem italienischen Südtirol im Osten und der Lombardei im Süden.

Entwässert wird Graubünden zum grössten Teil vom Rhein mit seinen in Graubünden entspringenden Quellflüssen Vorderrhein und Hinterrhein. Den Osten des Landes, das Engadin, entwässert der Inn, der ebenfalls in Graubünden entspringt. Jenseits des Alpenhauptkamms liegen die zum Po entwässernden und italienschsprachigen Bündner Südtäler: das Misox mit dem Calanca-Tal, das Bergell und das Puschlav. Der östlichste Teil des Landes schliesslich, das Münstertal, entwässert zur Etsch. Die drei Einzugsgebiete der Nordsee, des Mittelmeers und des Schwarzen Meers treffen sich unweit der Inn-Quelle nahe dem Lunghin-Pass oberhalb von Maloja, der Dreiwasserscheide. Von dort fliesst Richtung Norden die Julia, die via Rhein zur Nordsee führt, nach Süden die Maira, deren Wasser über den Po ins Mittelmeer kommt, und nach Osten der Inn, der in die Donau mündet und damit ins Schwarze Meer fliesst.

Im Kanton Graubünden gibt es 150 Täler, 615 Seen und 937 Berggipfel.

Bevölkerung

Sprachen

Bild:Karte Sprachen Graubünden.png
Ehemaliges Verbreitungsgebiet der einzelnen romanischen Idiome in Graubünden

Als einziger Kanton der Schweiz hat Graubünden drei Amtssprachen: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch. Gleichzeitig ist es der einzige Kanton, in dem Rätoromanisch Amtssprache ist. Aufgrund dieser und damit auch der kulturellen Vielfalt, aber auch wegen seiner Form und Beschaffenheit wird der Kanton auch als kleine Schweiz innerhalb der Schweiz bezeichnet.

Die Gemeinden und Kreise sind autonom, ihre eigenen Amts- und Schulsprachen festzulegen, der Kanton setzt jedoch Richtlinien, insbesondere zur Unterstützung der Minderheitensprachen Rätoromanisch und Italienisch.

Die deutschen Mundarten Graubündens gehören zu zwei Gruppen des Schweizerdeutschen:

Im Bündnerromanischen, das in verschiedenen Gegenden des Kantons (vorwiegend in der Surselva, in Teilen Mittelbündens, im Engadin und im Val Müstair) gesprochen wird, existieren sowohl fünf regionale Schriftdialekte (sogenannte Idiome), nämlich Surselvisch (Sursilvan), Sutselvisch (Sutsilvan), Surmeirisch (Surmiran), Oberengadinisch (Puter) und Unterengadinisch (Vallader) als auch eine einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun, die erst in den 1980er Jahren als Kunstsprache geschaffen worden ist. Münstertalisch (Jauer) hat keine schriftsprachliche Tradition. In den Münstertaler Schulen wird in Unterengadinisch unterrichtet.

Die italienischen Mundarten im Misox und Calancatal, Bergell, in Bivio und dem Puschlav gehören dem Alpinlombardischen an.

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Bund im Zuge der Umsetzung des Gesetzes betreffend die Heimatlosigkeit dem Kanton Graubünden eine grosse Zahl Jenischer zwangsweise zuwies, hat der Kanton Graubünden auch eine statistisch nicht erfasste (gesamtschweizerisch auf 35'000 Personen geschätzte) Population Jenischer Muttersprache.

Wohnbevölkerung nach Sprachen (Volkszählung 2000):

Deutsch: 127'755 (68%)
Rätoromanisch: 27'038 (14%)
Italienisch: 19'106 (10%)
Andere: 13'159 (8%)

Bemerkenswerterweise hat der Kanton Graubünden seine Schulbücher bis etwa Mitte der 2000er Jahre in sieben Sprachen herausgegeben, nicht nur in Deutsch und Italienisch, sondern auch in allen fünf rätoromanischen Schriftdialekten. Seither wird der Schulstoff nur noch in Rumantsch Grischun herausgegeben.

Religionen – Konfessionen

Bild:Disentis Kloster.jpeg
In Graubünden gibt es mehrere Klöster, so in Müstair, Disentis (im Bild) und Cazis

Infolge der Souveränität der einzelnen Gemeinden konnte im 16. Jahrhundert jede Gemeinde ihre Konfession autonom bestimmen. Fläsch war die erste reformierte Gemeinde im Kanton, danach folgte St. Antönien und viele andere Dörfer im Kanton. Graubünden gehört somit zu den traditionell paritätischen Kantonen. Überwiegend katholisch sind das Vorderrheintal mit Lugnez (ohne Safiental und Waltensburg) sowie das Oberhalbstein (ohne Bivio) und das mittlere Landwassertal (ohne Bergün), das Misox und Puschlav, überwiegend reformiert sind das Prättigau, das obere Landwassertal, das Hinterrheintal mit Avers sowie das Engadin (ohne Tarasp und Samnaun), das Bergell und das Schanfigg, gemischt sind das Domleschg und das Münstertal.

Verfassung

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom Jahre 2003.

Bild:Chur Grossratsgebäude.jpg
Grossratsgebäude in Chur

Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat, der 120 Mitglieder zählt und vom Volk gemäss Majorzverfahren fest für vier (nach der alten Verfassung zuerst auf zwei, dann auf drei) Jahre gewählt wird.
Das Volk ist überdies direkt an der Gesetzgebung beteiligt: 4000 Stimmberechtigte oder ein Siebtel der Gemeinden können eine Änderung der Verfassung verlangen, 3000 Stimmberechtigte oder ein Achtel der Gemeinden können ein Gesetz oder eine Gesetzesänderung vorschlagen (Volksinitiative), 1500 Stimmberechtigte oder ein Zehntel der Gemeinden können verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz oder eine solche Gesetzesänderung der Volksabstimmung zu unterwerfen sei (Referendum). Änderungen der Verfassung unterliegen obligatorisch der Volksabstimmung.

Bild:Chur Graues Haus.jpg
Das Graue Haus in Chur (Sitz der Kantonsregierung)

Exekutive

Bild:Chur Kantonales Verwaltungsgericht.jpg
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in Chur
Bild:Chur Kantonsgericht.jpg
Kantonsgericht des Kantons Graubünden in Chur (im gleichen Haus befinden sich auch das Bezirksgericht Plessur und das Kreisamt Chur)

Die Regierung (früher: Kleiner Rat) zählt fünf Mitglieder und wird vom Volk ebenfalls im Majorzverfahren auf ebenfalls vier (nach der alten Verfassung zuerst auf ein, dann auf zwei) Jahre gewählt. Das Präsidium wechselt turnusgemäss jährlich.

Die zur Zeit amtierenden Regierungräte und ihre jeweiligen Departemente sind:

  • Bau-, Verkehr und Forst, Stefan Engler (CVP, seit 1998)
  • Volkswirtschaft und Soziales, Hansjörg Trachsel (SVP, seit 2004)
  • Erziehung, Kultur und Umwelt, Claudio Lardi (SP, seit 1998)
  • Finanzen und Gemeinden, Eveline Widmer-Schlumpf (SVP, seit 1998)
  • Justiz, Sicherheit und Gesundheit, Martin Schmid (FDP, seit 2002)

Der Regierungspräsident für 2007 ist Martin Schmid, Vizepräsident ist Stefan Engler. Leiter der Standeskanzlei ist seit 1990 Kanzleidirektor Claudio Riesen. [1]

Judikative

Die obersten Gerichte des Kantons sind das Kantonsgericht (zuständig insbesondere für Zivil- und Strafsachen) und das Verwaltungsgericht (zuständig insbesondere für öffentlichrechtliche Streitigkeiten). Über eine Zusammenlegung dieser beiden hierarchisch gleichgestellten Gerichte wird zur Zeit diskutiert. Untere Instanzen sind die 11 Bezirksgerichte und die 39 Kreispräsidenten.

Gemeinden, Kreise und Bezirke

Graubünden ist derjenige Kanton, in dem die Gemeinden (208 an der Zahl) historisch bedingt die wohl ausgeprägteste Gemeindeautonomie der Schweiz haben.
(siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden)

Autonomie geniessen ebenfalls die Kreise, die aus einer kleinen Zahl Gemeinden (ausnahmsweise aus einer einzigen Gemeinde) bestehen. Sie sind zugleich die Wahlkreise des Grossen Rates, in denen die Grossräte teilweise noch an den traditionellen Landsgemeinden gewählt werden. Die Bezirke hingegen sind reine Verwaltungsorgane des Kantons ohne innere Autonomie.
(siehe: Kreise und Bezirke des Kantons Graubünden)

Vertretung auf nationaler Ebene

Für das Bundesparlament entsendet Graubünden wie jeder Vollkanton zwei Vertreter in den Ständerat und gemäss seinem Anteil an der Bevölkerung fünf Abgeordnete in den Nationalrat.


Wirtschaft

Die für die dauerhafte Besiedlung mancher Talschaften unabdingbare Berglandwirtschaft überlebt dank Nischenproduktion und grosszügigen Subventionen vonseiten des Bundes und des Kantons. Wichtigster Wirtschaftszweig ist heute aber der Tourismus.

Tourismus

Bild:Lenzerheide 005.jpg
Ferienort Lenzerheide/Lai

Der Fremdenverkehr ist sowohl im Sommer wie im Winter von grosser Bedeutung, besonders in den Regionen Oberengadin, Davos, Arosa, Lenzerheide und Flims, aber auch in fast dem ganzen übrigen Kanton. Hervorzuheben ist auch der Bädertourismus in Vals und Scuol (Schuls). Nicht unerwähnt soll auch die teilweise bedeutende Baukunst bleiben: Graubünden ist derjenige Kanton mit der grössten Dichte an Burgen und weist mit dem Kloster von Müstair und der Kirche von Zillis Kulturgüter von Weltrang auf. Auch die Anlage der Rhätischen Bahn besonders im Albulatal und am Berninapass ist von grosser architektonischer und touristischer Bedeutung.

Seit 1991 ist die Salginatobelbrücke der Verbindungsstrasse von Schiers nach Schuders das bislang einzige Weltmonument der Schweiz. Diese Auszeichnung wurde von der ASCE vergeben.

Verkehr

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Die roten Züge der RhB prägen das Landschaftsbild von Graubünden

Die wichtigsten Talschaften und die grossen Tourismusorte Graubündens werden von der meterspurigen Rhätischen Bahn bedient. Zudem wird der Kanton in Nord-Süd-Richtung von einer Autobahn durchquert. Wichtigster Pass zwischen Nord und Süd ist heute der San Bernardino zwischen Rheinwald/Hinterrheintal und Misox/Tessin.


Geschichte

Siehe Geschichte des Kantons Graubünden.

Städte, Orte und Landschaften

Bild:Karte Kanton Graubünden.png
Orte des Kantons Graubünden

Folgende Gemeinden des Kantons haben mehr als 5'000 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2005):

Weitere Gemeinden siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden

Bezirke

Bild:Karte Kanton Graubünden Bezirke.png
Bezirke des Kantons Graubünden

Der Kanton Graubünden ist in 11 Bezirke eingeteilt. Sie entsprechen im Wesentlichen den natürlichen Landschaftsräumen. (Die Bezirke sind wiederum unterteilt in 39 Kreise):

Siehe auch: Gemeinden des Kantons Graubünden

Kultur

Bündner Küche

Der Kanton Graubünden hat eine eigenständige Küche entwickelt, welche sich von anderen Schweizer Regionalküchen unterscheidet. Typische regionale Produkte sind das luftgetrocknete Bündnerfleisch und andere Trockenfleischspezialitäten wie Salsiz oder Andutgel. Typische Gerichte sind Capuns, Plain in Pigna, Pizokel, Maluns oder die Bündner Nusstorte, sowie ein Speckauflauf.

Weblinks

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