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Lorazepam

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Steckbrief
Name (INN) Lorazepam
Wirkungsgruppe Benzodiazepine Anxiolytika
Handelsnamen Ativan, Temesta®
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, Ativan ®

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(CH), Laubeel®
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, Lorazepam dura®

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,Neuraxpharm®

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D, Somagerol®
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, Tolid®

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,Tavor ®

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Klassifikation
ATC-Code N05BA06
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CAS-Nummer 846-49-1
Rezeptpflicht: JA

Ähnliche Arzneistoffe suchen

Fachinformation (Lorazepam)
Chemische Eigenschaften
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IUPAC-Name: 7-Chlor-5-(2-chlorphenyl)-2,3-dihydro-3-hydroxy-1H-
1,4-benzodiazepin-2-on
Summenformel C15H10Cl2N2O2
Molmasse 321.16 g/mol
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Lorazepam, (Handelsnamen u.a. Tavor®

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, Temesta®

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, Ativan®

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) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, der als hochwirksames Anxiolytikum, Antikonvulsivum und Sedativum in der Intensivmedizin und Psychiatrie eingesetzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Lorazepam wird verabreicht zur:

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die tägliche Dosis variiert stark, von 0.5 mg vor dem Schlafengehen bei Schlaflosigkeit bis zu 2.5 mg alle 6 Stunden bei intensiver Behandlung.

Katatonie mit der Unfähigkeit zu sprechen spricht sehr auf eine Dosis von 2 mg oral oder langsam intravenös injiziert an. Die Katatonie kann wiederkehren und eine Behandlung über ein paar Tage könnte notwendig sein. Mitunter wird Haloperidol begleitend verabreicht.

Die Kontrolle von status epilepticus benötigt langsame intravenöse Injektionen von 2 bis 4 (oder sogar 8) mg. Patienten sollten genauestens ob des Auftretens von Atemnot und hypotonen Auswirkungen beobachtet werden.

In jedem Fall muss die Dosierung auf jeden Patienten individuell erfolgen, speziell bei älteren und geschwächten Patienten, bei denen die Gefahr größer ist, den Patienten zu stark zu sedieren. Die Sicherheit und Effektivität von Lorazepam bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht gut erforscht, es wird jedoch benutzt, um aufeinander folgende Krampfanfälle zu behandeln. Bei höheren Dosierungen (bevorzugterweise intravenös) ist der Patient häufig nicht in der Lage, sich an unschöne Ereignisse (anterograde Amnesie) wie therapeutische Eingriffe (Endoskopien, etc.) zu erinnern. Dieser Effekt ist erwünscht.

Aufgrund der unabsehbaren Residualwirkungen von Lorazepam, wie Müdigkeit, Schwindelgefühle und niedrigem Blutdruck, sollte der Patient nach der Injektion des Medikamentes normalerweise nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden, bevor 12 Stunden vorüber sind oder eine verlässliche Person ihn in Obhut nehmen kann (Familie, Freunde, etc.). Auch sollte der Patient in den 12 Stunden nach Verabreichen des Medikaments weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

Nachteile

Lorazepam kann, wie andere Benzodiazepine, psychisch und/oder physisch abhängig machen. Entzugserscheinungen, ähnlich im auftreten wie die von Alkohol und Barbituraten, wurden nach abrupter Einstellung beobachtet und deshalb ist eine schrittweise Absetzung über einen Zeitraum von Monaten oder Wochen, abhängig von der Zeit in der es eingenommen wurde sowie der Dosierung, empfohlen.

Die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs, der Abhängigkeit und der Entzugserscheinungen sind bei Lorazepam wesentlich höher im Vergleich zu anderen Benzodiazepinen wegen seiner kurzen Halbwertszeit, höheren Potenz und stärkeren Bindung an den GABA Rezeptor Komplex. In diesem Zusammenhang verhält es sich wie Alprazolam (kurze Halbwertzeit und hohe Potenz) und Clonazepam (lange Halbwertzeit und hohe Potenz).

Eine Langzeittherapie kann zu kognitiven Defiziten führen, ist jedoch reversibel bei Behandlungsabbruch.

Lorazepam kann falls eingenommen bei Schwangerschaft unter Umständen das ungeborene Kind schädigen, doch wurde das selten beobachtet. Lorazepam verabreicht nahe des Geburtzeitpunkts kann beim Säugling eine Myotone Dystrophie und Entzugserscheinungen auslösen.

In einigen Fällen können Benzodiazepine paradoxe Effekte auslösen wie gesteigerten Antrieb und Aggression. Einige Ärzte denken diese Effekte könnten durch eine Enthemmung ausgelöst werden, und deshalb bei Patienten, die aufgrund von vorher existierenden Persönlichkeitsstörungen möglicherweise unter dem Durchschnitt der Enthemmung liegen, häufiger auftreten. Paradoxe Effekte werden besonders häufig während einer Anwendung bei Manie und Schizophrenie beobachtet.

Missbrauch

Menschen mit einer für eine Sucht anfälligen Persönlichkeit und mit Erfahrungen beim Missbrauch von Substanzen neigen eher dazu Medikamente wie Lorazepam zu missbrauchen.

  • Illegaler Einsatz von Lorazepam: Es wird vermutet, dass es als hochpotentes Benzodiazepin dazu benutzt wird, um die Wirkung von Stimulanzien abzustimmen oder bei einem durch LSD ausgelösten schlechten Trip zu helfen, sowie zusammen mit anderen Halluzinogenen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Lorazepam in der Drogenszene benutzt wird um die euphorischen Effekte von Opiaten wie Heroin zu verstärken. Heroin und andere Drogen können mit Lorezepam geschnitten sein ohne Wissen des Anwenders. Die Risiken beim Einsatz zusammen mit einem Opiat sind Atemdepression und sogar Atemstillstand. Am häufigsten wird Lorazepam illegal eingenommen, um zu entspannen, zu „chillen“. Viele nehmen daher das Medikament als „chill pill“ ein, was zur Abhängigkeit führen kann.

Handelsnamen und Darreichungsformen

Wichtiger Hinweis: Handelsnamen und Darreichungsformen von Arzneistoffen unterliegen keiner Standardisierung. Sie können sich daher in einzelnen Ländern unterscheiden.

Lorazepam wird unter anderem unter den Handelsnamen Tavor®, Ativan®, Temesta® (CH), Laubeel®, Lorazepam dura® etc. und auch mittlerweile von sog. Generika-Firmen wie ratiopharm vertrieben.

Für Patienten, die unzureichend schlucken können, und in der Notfallmedizin gibt es mit Tavor®

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Expidet und Temesta®

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Expidet®

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eine sublinguale Verabreichungsform. Die Sofortlöslichkeit verhindert bei Non-Compliance-Patienten ein Zurückhalten im Mund. Die sublinguale Form wird aber nicht schneller resorbiert als die herkömmlichen Tabletten.[1]

Pharmakologische Eigenschaften

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik)

Lorezepam wird vom Körper schnell und fast vollständig aufgenommen nach jeglicher Art der Appliktion (oral, sublingual, intravenös, intramuskulär). Der Wirkungseintritt liegt bei wenigen Minuten nach intravenösen Injektionen, 30 bis 45 Minuten nach oraler/sublingualer Applikation sowie bei bis zu einer Stunde nach intramuskulären Injektionen.

Die Wirkungsdauer hängt von der Dosierung ab, und liegt normalerweise bei 6 bis 12 Stunden. Die Halbwertszeit von Lorazepam in Patienten mit normalen Leberfunktionen beträgt zwischen 11 und 18 Stunden. Deshalb sind oft 2 bis 4 Tagesdosen nötig.

Bioverfügbarkeit

Resorption, First-Pass-Effekt

Metabolismus

Aktive Metaboliten? -->u.a. Diazepam, Nordiazepam

Toxikologie

Der LD50 beträgt für die Maus 3178 mg/kg und für die Ratte >5000 mg/kg bei oraler Applikation (Owen).

Sonstige Informationen

Literatur

Quellen


Weblinks

Wikipedia
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