Anilin

Aus Kefk

Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Bild:Anilin.svg
Allgemeines
Name Anilin
Andere Namen Aminobenzol, Phenylamin
Summenformel C6H5NH2
CAS-Nummer 62-53-3
Kurzbeschreibung farblose bis braune Flüssigkeit
Eigenschaften
Molmasse 93,1 g/mol
Aggregatzustand flüssig (25°C)
Dichte 1.020 kg/m³
Schmelzpunkt -6 °C
Siedepunkt 184 °C
Dampfdruck 0,5 Pa (20 °C)
Löslichkeit 36 g/l in Wasser (20 °C)
gut löslich in Ethanol, organischen Lösemitteln
pKb 9,4
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Hazard N.svg
N
Umwelt-
gefährlich
R- und S-Sätze

R: 23/24/25-40-41-43-48/23/24/25-68-50
S: 26-27-36/37/39-45-46-61-63

MAK 2 ml/m³
LD50 871 mg/kg (oral, Ratte);
840 mg/kg (dermal, Kaninchen)
Lagerung bei +15 bis +25 °C
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Anilin, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Anilin [aniˈliːn] (von arabisch an-nilIndigopflanze“) ist eine farblose, leicht ölige Flüssigkeit mit süßlichem Geruch, die an der Luft leicht bräunlich wird. Es handelt sich um einen Benzolring mit einer Aminogruppe (-NH2) und damit um eine aromatische Verbindung. Mit Säuren versetzt bildet es Anilinsalze. Die basische Wirkung von Anilin wird durch den mesomeren Effekt verringert, da dieser zu einer geringeren Elektronendichte am sonst Protonen aufnehmenden NH2-Rest führt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches

Anilin wurde 1826 von Otto Unverdorben erstmals durch Kalkdestillation aus Indigo – einem blauen Farbstoff – hergestellt. Daher war es früher auch unter dem Namen Blauöl bekannt. Seit 1897 wird Anilin von der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) zur Synthese des vorher nur aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Farbstoffs Indigo eingesetzt (Heumann-Synthese). Schon vorher wurde Anilin in großem Maßstab hergestellt, etwa von der Agfa (Aktien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation) ab 1873. Eine bekannte Anwendung des Farbstoffes war Anilinleder. Auch in der Drucktechnik wurde Anilin verwendet, u.a. bekam der Flexodruck den auch heute noch verwendeten Beinamen Anilindruck, da erst durch das Anilin eine gute Druckqualität erzeugt werden konnte.

Herstellung

In der Technik gewinnt man Anilin durch eine Reduktion von Nitrobenzol mit Eisen in Gegenwart von Salzsäure:

\mathrm{ 4\, C_6H_5NO_2  +  9\,  Fe  +  4\,  H_2O }\  \overrightarrow{\mathrm{HCl}}
\mathrm{  4\,  C_6H_5NH_2  +  3 \,  Fe_3O_4}

D. h.: Nitrobenzol, Eisen und Wasser reagieren zu Anilin und Eisen(II,III)-Oxid.

Anschließend wird mit Branntkalk (CaO) neutralisiert, und das Anilin zusammen mit dem Wasser abdestilliert.

Es gibt noch andere Verfahren, zum Beispiel die Ammonolyse von Chlorbenzol oder Phenol:

\mathrm{C_6H_5Cl + NH_3 \  \longrightarrow \ C_6H_5NH_2 + HCl}
\mathrm{C_6H_5OH + NH_3 \ \longrightarrow \ C_6H_5NH_2 + H_2O}

Verwendung

Es dient in der chemischen Industrie in erster Linie als Ausgangsstoff für die Synthese von Farben und Kunstfasern, aber auch zur Herstellung von Kautschuk und Medikamenten.

Giftigkeit von Anilin

Anilin ist ein blutveränderndes Gift, welches Hämolyse auslösen kann und im Verdacht steht, krebsverursachend (karzinogen) zu sein. Da es über die Haut aufgenommen werden kann, ist es ein Kontaktgift.

Literatur

Karl Aloys Schenzinger Anilin - Roman eines Farbstoffes (1936)

Wiki/Weblinks

Sicherheitsdatenblätter

Sicherheitsdatenblätter verschiedener Hersteller in alphabetischer Reihenfolge für Anilin:

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Anilin, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge