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Adhäsion
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Die Adhäsion (auch Anhangskraft – abgeleitet vom lateinischen Wort adhaerere = anhaften) bezeichnet die Zusammenhangskräfte zwischen den Molekülen zweier verschiedener Stoffe bzw. das Haften zweier Stoffe oder Körper aneinander.
Inhaltsverzeichnis |
Adhäsion bei Verkehrsmitteln
Unter Adhäsion versteht man im Straßenverkehr die Straßenhaftung – Gummi (Reifen) auf Untergrund (Straße) – bzw. im Schienenverkehr die Schienenhaftung – Eisen (Bahnräder) auf Eisen (Schiene). Von einer Adhäsionsbahn spricht man, wenn eine Bahn ohne Hilfsmittel (z. B. Zahnrad oder Seil) starke Steigungen bewältigen kann und ausschließlich die Haftung der Räder für die Fortbewegung genügt.
Adhäsion bei Klebstoffen
Adhäsion umfasst die Haftkräfte an den Kontaktflächen zweier unterschiedlicher oder gleicher Stoffe durch Molekularkräfte. Die Stoffe können sich in festem oder in flüssigem Zustand befinden. Im Bereich der Klebstoffe versteht man unter Adhäsion die Haftung von Klebschichten an den Fügeteiloberflächen. Die Vorgänge bei der Adhäsion sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Sie gestalten sich besonders schwierig, weil die Abhängigkeiten zwischen den Klebstoffsystemen und den verschiedenen Fügeteiloberflächen sehr komplex sind.
Adhäsion bei Folien
Adhäsionsfolien haften ohne Klebstoff auf glatten/glänzenden Oberflächen mittels der Anziehungskraft der Moleküle zwischen beiden Materialien. Voraussetzung ist, dass sich die Moleküle so nahe wie möglich kommen, um eine Adhäsion zu erreichen. Deshalb funktioniert dies nur auf glatten Oberflächen, beispielsweise als Schutzfolien auf Displays oder Tönungsfolien auf Glas von Kraftfahrzeugen.
Die Wirkprinzipien der Adhäsion lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Spezifische Adhäsion
- zwischenmolekulare Kräfte im Grenzschichtbereich
- Diffusionsvorgänge zwischen Fügeteil und Klebstoff
- thermodynamische Vorgänge wie z. B. Benetzungskräfte, Wasserstoffbrückenbindung
- chemische Bindungen zwischen Fügeteil und Klebstoffmolekülen
Mechanische Adhäsion
- Mikroverklammerung in Hinterschneidungen des Fügeteiles
- Vergrößerung der adhäsiven Fläche durch Einbeziehen der Rauheit
- Anquellen / Anlösen der Fügeteiloberfläche (z. B. bei Kunststoffen) durch die Lösungsmittel des Klebstoffs, um eine diffusionsartige Molekülverklammerung zu erreichen.
Die Bedeutung der mechanischen Adhäsion steigt grundsätzlich mit der Rauhigkeit der Fügeteiloberflächen. Bei porösen oder fasrigen Oberflächen kann sie im Vergleich zur spezifischen Adhäsion sogar überwiegen. Sie bildet das Gegenstück zur Kohäsion
Eine weitere Einteilungsmöglichkeit ist: mechanische Adhäsion – physikalische Adhäsion – chemische Adhäsion
Adhäsion bei organischen Geweben
- chirurgisch: Verwachsungen oder Verklebungen von Organen (siehe Verwachsungsbauch)
- hämatologisch: Anhaftung von Blutzellen (z. B. Thrombozyten, Leukozyten) sowohl an Gefäßinnenwänden (z. B. im Rahmen einer Entzündungsreaktion), als auch gefäßinnenwandfremden (endothelfremden) Oberflächen bzw. Geweben
- bakteriologisch: Anhaftung von Bakterien an Schleimhautoberflächen am Beginn einer Infektion
- Zelladhäsion: Anhaftung von Gewebezellen an Proteine der extrazellulären Matrix über fokale Adhäsionsstellen und Hemidesmosomen
- zahnmedizinisch: Verklebung einer Prothese an der Schleimhaut.
Siehe auch
Weblinks
| Wiktionary: Adhäsion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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