Öffentlichkeit

Blogger bringen IT-Gipfeldiskussion in die interessierte Öffentlichkeit

Internetnutzer brauchen nicht auf die Fernseh-Abendnachrichten zu warten, um Stellungnahmen von Spitzenpolitikern und Top-Managern auf dem dritten nationalen IT-Gipfel zu verfolgen.

Ein zwölfköpfiges Team aus Studenten des Hasso-Plattner-Instituts wird im Auftrag der Bundesregierung aktuelle Online-Berichterstattung aus dem Kongresszentrum "Darmstadtium" betreiben. Schon unmittelbar nach der Aufzeichnung werden die kurzen Experteninterview-Videos am 20. November auf der Diskussionsplattform www.it-gipfelblog.de zu verfolgen sein.

Erstmals hatten die HPI-Studenten diese Form von Gipfel-Berichterstattung 2006 angeboten, als der nationale Gipfel der Informationstechnologie am Hasso-Plattner-Institut stattfand. 2007 beim Spitzentreffen in Hannover waren sie ebenfalls dabei.


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Umfrage: Müssen sich Journalisten Onlinediskussionen stellen?

Gehört es heutzutage zum Aufgabenfeld von Journalisten, sich einer Auseinandersetzung im Internet zu stellen, wenn von ihnen verfasste Artikel dort diskutiert werden? Das Medienmagazin Journalist hat sich in Redaktionen umgehört.

Gabriele Fischer, Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins brand eins, beantwortet zwar Leserbriefe, aber aus der Diskussion in der Bloggerszene hält sie sich bewusst heraus: "Meine Prioritäten sind das Heft und die Leser. Natürlich sind wir immer mal wieder im Netz unterwegs und schauen nach Reaktionen - aber ich käme nicht auf die Idee, kritischen Äußerungen meine Gegenargumente hinzuzufügen". Fischers Maxime ist: "Wenn sich jemand an mich wendet, reagiere ich, wenn sich jemand an die Welt allgemein wendet, kann ich das nicht".

Für Stephan Hebel, Mitglied der Chefredaktion der Frankfurter Rundschau, ist die Zeit des "Einbahnstraßen-Journalismus" vorbei. Trotzdem rät er Berichterstattern, nicht den Zeitfaktor aus den Augen zu verlieren: "Blogger nehmen sich eine Menge Zeit, und sie argumentieren oft sehr fundiert. Da erfordert regelmäßiges Mitdiskutieren einigen Aufwand. Aber sie verstehen nach meinem Eindruck auch, wenn wir unsere Teilnahme entsprechend dosieren".

Selbst Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier beteiligt sich nicht zwangsläufig an Diskussionen in Netz: "Wenn ich sehe, dass irgendwo irgendjemand über mich diskutiert und mich vielleicht auch persönlich angreift, ist es für mich immer noch eine schwierige Abwägung, wann es besser ist, sich engagiert einzuschalten - und wann, die Sache einfach laufen zu lassen".


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