Asus Google Nexus 7 (2013)

Asus Google Nexus 7 - 2013 (frontal)

Dae Nexus 7 von Asus bzw. Google ist ein Android-basiertes 7-Zoll-Tablet mit Full HD Display (1920 x 1200 bzw. 2,3 Millionen Pixel) und Quad-Core-CPU (Qualcomm Snapdragon Quad Core S4 Pro 8064).

Das kompakte Tablet wird mit Android 4.3 ausgeliefert und ist üppig ausgestattet: Das Nexus 7 kommt mit 5 MP Autofokus-Rückkamera und verfügt über fünf Sensoren (GPS, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Kompass, Umgebungslichtsensor).

Alle Nexus 7-Tablets sind netzwerkfähig durch WLAN 802.11 b/g/n; außerdem gibt es Bluetooth 4.0 sowie NFC; optional ist das Gerät auch mit LTE erhältlich, was jedoch zu einem stattlichen Aufpreis von rund hundert Euro führt. Man bekommt dafür allerdings auch eine 32-GB-Modell, wodurch sich Preisvergleiche mit dem 16-GB-Low-end-Modell ausschließen.

Die optionalen Ausstattungsmerkmale sind ein wenig verwirrend. So existieren beispielsweise auch Varianten mit einer Speicherausstattung von 16 und 32 MB. Wie ein kokretes Produkt ausgestattet ist, geht aus der Produktbezeichnung nicht hervor; dazu muß man die technischen Daten und die exakte Modellbezeichnung studieren.

  • 90NK0081-M00370 - Modell mit WiFi und 32 GB Speicher
  • 90NK0091-M00050 - Modell mit LTE, WiFi und 32 GB Speicher

Um die Unübersichtlichkeit zu komplettieren, existieren neben den neuen, von Asus hergestellten Modellen aus dem Jahr 2013 auch noch ältere und vollkommen anders ausgestattete Geräte aus dem Jahr 2012, die von Samsung hergestellt wurden. Insofern sollte man das Nexus 7 nicht als konkretes Produkt, sondern als Modellreihe betrachten.

Mit Stand von Dezember 2013 gelten folgende Richtwerte zur Schnellorientierung:

  • Bei Geräten mit Verkaufspreis von bis zu 200 Euro handelt es sich i.d.R. um Auslaufmodelle der 2012er-Generation oder Low-end-Modelle aus der 2013er-Reihe.
  • Bei Geräten mit Verkaufspreisen um 300 Euro handelt sollte es sich um voll ausgestatteten Spitzenmodelle der 2013er-Linie handeln (also WiFi, LTE und 32 GB Speicher).

Auf der Produktseite von Google wird das Dickicht der Modellvielfalt nicht so recht gelichtet, zumal die telefoniefähigen Geräte hier an Netzbetreiber T-Mobile bzw. AT&T gekoppelt sind. Offiziell gibt es derzeit drei Modelle:

  • mit WiFi, 16 GB ($229,00)
  • mit WiFi, 32 GB ($269,00)
  • mit Wi-Fi, LTE, HSPA+, 32 GB ($349,00)

Die Spezifikation der Frequenzbänder ist dabei:

Nordamerika:
  • GSM: 850/900/1800/1900 MHz
  • HSPA+: 850/900/1900/1700/2100 (AWS) MHz (Bands: 1/2/4/5/8)
  • LTE: 700/750/850/1700/1800/1900/2100 MHZ (Bands: 1/2/3/4/5/13/17)
  

Europa:
  • GSM: 850/900/1800/1900 MHz
  • HSPA+: 850/900/1900/1700/2100 (AWS) MHz (Bands: 1/2/4/5/8)
  • LTE: 800/850/1700/1800/1900/2100/2600 MHz (Bands: 1/2/3/4/5/7/20)

Trotz der üppigen Ausstattung des Spitzenmodells gibt es auch Dinge die fehlen. Dazu zählt beispielsweise die Erweiterbarkeit des Speichers - einem (Micro-) SD-Slot bietet kein Nexus 7-Modell.

Kritik

Kritik gab es auch an der Fertigungsqualität, zumindest der ersten Margen; oft fielen diese Frühchen bereits nach wenigen Tagen Nutzung aus oder ließen sich gar nicht erst einschalten. Es ist allerdings davon auszugehen, daß Asus diese Anlaufschwierigkeiten zeitnah in den Griff bekommt. Crash-Tests, wie man sie bei Youtube findet, erlauben dagegen nur begrenzte Rückschlüsse auf die Fertigungsqualität; wer ein Tablet aus anderthalb Metern auf Beton fallen lässt, der muß bei jedem Tablet damit rechnen, daß er nun einen teuren Untersetzer für Kaffetassen besitzt.

Das Nexus 7 in der 2013er-Variante ist ein hardwaremäßig exzellentes Gerät, das eindeutig in der Oberliega seiner Leistungsklasse mitspielt. Abstriche muss vor allem hinnehmen bei der Qualität der eingebauten Kamera und bei den Lautspechern; beides genügt durchschnittlichen Anforderungen, keines begeistert anspruchsvolle Anwender.

Ein ernstes Problem kann die Ersteinrichtung darstellen: Das Gerät läßt sich ausschließlich nach Verbindung mit einem WLAN in Betrieb nehmen. Das Nexus 7 erlaubt es also nicht, beispielsweise auf der Heimfahrt bereits die Kamera auszuprobieren oder einfach nur mit dem Gerät ein wenig herumzuspielen.

Selbst wenn ein WLAN zur Verfügung steht, kann die Inbetriebnahme unmöglich sein; das ist beispielsweise der Fall, wenn das WLAN nach MAC-Adressen filtert, eine Standardkonfiguration vieler Corporate- und Campus-Netzwerke. Wer versucht, das Nexus 7 in einer solchen Umgebung einzurichten, hat schlichtweg Pech gehabt: Es geht nicht, da das Gerät seine MAC-Adresse erst nach der Erstkonfiguration preisgibt (ja, die MAC-Adresse steht weder auf dem Gehäuse, noch auf dem beiliegenden Zettel mit der SSN). Wer nur ein derartiges WLAN zur Verfügung hat, muß sich nach einem offenen WLAN umsehen - eine Anspruchsvolle Aufgabe in Deutschland.

Und selbst wenn man das WLAN selbst betreibt und MAC-Filterung (temporär) deaktivieren kann, kann die Erstkonfiguration alles andere als reibungslos verlaufen. Beispielsweise ließ sich unser Modell weder an einer AVM Fritz!Box Fon WLAN 7390, noch an einem Linksys WAP 54G v.2 "aktivieren". Die Ursachen sind unklar, da man während der Erstkonfiguration keinerlei Zugriff auf Logfiles oder Protokolle hat, also nirgends nachschauen kann, was das Gerät meint, für ein Problem zu haben.

Äußert unerfreulich ist auch die mangelhafte Transparenz des Geräts; beispielsweise meldet das Nexus, es würde noch eine Verbindung zum AP aufbauen, während tatsächlich im Hintergrund bereits eine Website geladen wird (die besagte "Zwangsaktivierung"). Auch im späteren Betrieb wird man bei Android-basierten Geräten immer wieder undurchsichtige Verhaltensweisen feststellen müssen; so verursacht beispielweise das Pärchen "Google Services" und "Google Services Framework" einen permanenten Datenverkehr im Hintergrund, der sich mit Bordmitteln nicht unterdrücken lässt. Größenordnung: "Google Services" bis zu 30 MB über G3; nach Deinstallation der "Google Services": ca. 3 MB pro Tag über G3 durch "Google Services Framework" (das entspricht rund 90 MB pro Monat alleine für dieses "Google Services Framework"). Wer herauszubekommen versucht, was genau die "Google Services" bzw. das "Google Services Framework" eigentlich im G3-Datennetz zu suchen haben, wird nirgendwo präzise Angaben finden - außer Geraune, daß sich über die "Google Services" das Smartphone fernsteuern läßt, bis hin zum Aktivieren des Mikrofons und der Kamera.

Unter Berücksichtigung dieser Probleme, das Nexus 7 auch nur in Betrieb zu nehmen, ist der Lieferumfang schlichtweg eine Unverschämtheit. Es fehlt jegliche Dokumentation, einschließlich eines Getting started-Faltblatts. Auch auf der Verpackung wird mit keinem Wort darauf hingewiesen, daß das Tablet ohne WLAN-Aktivierung absolut unbenutzbar ist - bei Smartphones geht das ja auch via SIM-Karte.

Es ist auch absolut kein Grund erkennbar, warum man mit einem foto- und videofähigen Tablet nicht Fotos und Videos aufnehmen darf, bevor das Nexus 7 nach Hause telefoniert hat.

Fazit

Wer ein 7"-Tablet braucht, der sollte das Nexus 7 genauer anschauen, auch über die Grenzen der Android-Welt hinaus.

Wie generell bei allen Tablets sind die Verkaufspreise recht knackig angesetzt; vor einigen Jahren bekam man beispielsweise Netbooks für unter 200 Euro, die in vieler Hinsicht deutlich besser ausgestattet waren als aktuelle Tablets, für die noch immer deutlich höhere Preise verlangt werden. Es ist daher zu erwarten, daß die Preise für Tablets in der nächsten Zeit nachgeben werden, aufgrund der enormen Nachfrage sind jedoch keine rapiden Preissprünge zu erwarten.

Ob man ein Tablet tatsächlich braucht oder einfach nur eins haben möchte, weil es schick ist, bleibt letztlich dem Käufer überlassen. Wer mit dem Fehlen einer echten Tastatur, der eingeschränkten Erweiterbarkeit und dem recht empfindlichen Display leben kann, der findet im Nexus 7 möglicherweise das Gerät der Wahl.

Allerdings bindet sich der Kunde mit diesem Gerät nicht weniger eng an Google als iPad-Käufer an Apple. Aufgrund der inakzeptablen Gängelung bei der Erstkonfiguration sollte man sich beim Händer ein Rückgaberecht einräumen lassen: Wenn sich das Nexus 7 nicht mit dem eigenen WLAN verbinden läßt, wird man wenig Freude mit dem teuren Gerät haben. Ohne erfolgreiches Durchlaufen der Zwangsaktivierung bei Google handelt es sich lediglich um einen Haufen teuren Elektronikschrotts.

Bezugsmöglichkeit