Kefk Network Core

Das '''Kefk Network''' ist ein komplexer Verbund vernetzter Subsites zu verschiedenen Themen aus Bereichen wie High-Tech (Hardware, PDAs, Handys, GPS etc.), Vernetzung (Networking, xDSL und Broadband), Betriebssysteme (Microsoft Windows, GNU/Linux, xBSD u.a.) und Software (v.a. FLOSS-Bereich, also Open Source und Free Software), Fotografie (Kameras, Geschichte, Digital Imaging, Praxis, Theorie u.a.), Reiseberichten und -fotografie (Webtravel), Film und Video, Internet (Webworking, Hypertext u.a.) sowie Outdoor- Aktivitäten, Fauna, Flora, Samoyeden, klassischem Gesang (Sopran, Mezzosopran), Audio, HiFi und Musik u.v.a. Es ist verblüfend, wie viele Verbindungen diese scheinbar zusammenhanglosen Themen miteinander aufweisen...

Konzept

Das Kefk Network ist konzipiert als semantisches Netz, das zahlreiche Themenbereich, unterschiedliche Inhalte und verschiedene Formen umspannt und faktisch enzyklopädischen Anspruch erhebt. Die Verknüpfungen der einzelnen Bereiche werden durch elektronische Verweise (Hyperlinks) dargestellt, wie es dem Medium World Wide Web (WWW) entspricht.

Ideell verfolgen wir dabei einen Ansatz, den bereits Pierre Bayle mit seinem Dictionnaire historique et critique (DHC) im 17. Jahrhundert vorgezeichnet hat: In seinem DHC verwandte er eine aufwändige Seitengestaltung mit zahllosen Fußnoten und Querverweisen: »Jeder Meinung gesellt er sofort eine Gegenmeinung bei, um dem Benutzer selbständiges Denken abzunötigen« [1]. Der Satzspiegel des DHC illustriert ein konsequentes Denken in nichtlinearen Strukturen, wie wir es auch mit dem im Kefk Network praktizierten Hypertext-Konzept verfolgen: Verschiedene Inhaltsbereiche verweisen aufeinander, ergänzen oder widersprechen anderen Textorten – es entsteht ein komplexes Wissens-Netzwerk.

Begriff

Die beiden Elemente des Konzepts – die inhaltliche Diversität und die enge Verzahnung der Inhalte – werden repräsentiert durch unseren Namen:

• Kefk, die Raumstation in C. J. Cherryhs Alliance/ Union Universe-Zyklus, ist der Sammel- und Treffpunkt für verschiedene Rassen und Spezies. Der Name dient uns einerseits als Metapher für den inhaltlichen Pluralismus des Kefk-Projekts und andererseits als Hommage für den großartigen Science-fiction-Zyklus von C. J. Cherryh.

• präsentation. Die hypertextifizierten Wissenspartikel aus den verschiedenen Inhaltsbereichen werden netzwerkförmig miteinander verzahnt. Nachdem wir zuvor jahrelang mit linearen Präsentationsformen (z.B. im Bereich Research) und relationalen Datenbankstrukturen (z.B. im Projekt CineDat) gearbeitet hatten.

Das Hypertext-Paradigma zieht sich also prägend durch das gesamte Kefk Network: Das Kefk-Projekt wurde Anfang der 1990er Jahre initiiert, um mit dem Aufbrechen linearer Wissenspräsentationsformen zu experimentieren, und das Kefk Network ist als work in progress das Ergebnis dieser frühen Versuche, das Medium WWW mit seinen neuen Möglichkeiten zu erforschen.

Aus diesem Grund wurde auch die Top-Level Domain .net gewählt, obwohl es sich um ein nahezu ausschließlich deutschsprachiges Projekt handelt (was eine .de-Domain nahelegen würde) mit starken Community-Anteilen (was wiederum eher eine .org-Domain nahelegen würde): Die Netzwerk-Topologie ist das prägende Element des Kefk-Projekts.

Kennzeichen und Merkmale

Folgende Merkmale kennzeichnen das Projekt Kefk Network:

• Vernetzung.

In einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten wird so ein komplexer Hypertext entstehen, mit dem die Möglichkeiten des Hypertext-Konzeptes ausgelotet werden können.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand bildet das WikiWiki-Prinzip das Hypertext-Prinzip technisch am besten nach; die Tatsache, dass das Kefk Network nicht unter einer Wiki Engine wie MediaWiki läuft, hat zwei Gründe: Als das Kefk Network Anfang der 1990er Jahre entstand entstand, gab es noch keine derartige Software; selbst allgemein datenbankbasierte Websites entstanden erst Mitte der 90er Jahre. Wikis haben zwar zahlreiche Vorteile gegenüber dem im Kefk Network verfolgten Ansatz, jedoch auch einige signifikante Nachteile: Zumindest alle bisherigen Implementation kennen keine semantische Strukturierungshilfen, sie sind rein begriffsorientiert und bieten keine Abhilfe gegen das klassische Navigationsproblem des lost in hypertext.

Nachtrag: Wie wir im Oktober 2004 feststellen mußten, haben zumindest offene Wikis noch einen weiteren Nachteil: Sie sind potenziell illegal. Zumindest nach Einschätzung von Personen außerhalb der wissenschaftlichen Traditionsbahnen wie der Kanzlei Waldorf.

• Semantische Struktur.

Die Struktur des Kefk Network ist hierarchisch organisiert: Die Inhalte sind thematisch gegliedert in Subsites und Metasites, innerhalb der Sub- und Metasites gibt es weitere teilweise tief verschachtelte Gliederungsebenene, innerhalb derer man sich überall mittels einer Breadcrumbs-Navigation bewegen kann. Diese Struktur bietet den Vorteil, dass ein Wissensraum über eine Struktur und unabhängig von einem bestimmten Begriff erschlossen wird.

Im Gegensatz dazu ist ein klassisches Wiki wie die Wikipedia flach modelliert; alle Artikel befinden sich auasi auf derselben hierarchischen Ebene und Gliederungsstrukturen lassen sich allensfalls mit Hilfsmitteln wie Kategorien nachbilden, jedoch derzeit kaum sinnvoll auswerten (z.B. in Form von Artikelsequenzen).

Das spannende an dieser Dichotomie ist, dass komplexe Wikis hierarchische Gliederungsstrukturen benötigen, um ihren Wissensraum durch Gewichtung sinnvoll zu erschließen, während hierarchische Gliederungsstrukturen in endlosen Redundanzen enden, die sich letztlich nur netzwerkförmig auflösen lassen. Solche Strukturen lassen sich zwar auf Dateisystemebene ansatzweise durch Soft- und Hardlinks nachbilden, jedoch unterstützt derzeit kein Content Management System für das Web die notwendige Funktionalität. Beim derzeitigen Stand der Technik muß man also eine Entweder-Oder-Entscheidung fällen: also entweder ein hierarchisches oder ein flaches Ordnungssystem einsetzen.

• Komplexität.

Hypertext bedeutet, daß Wissen in vernetzte Fragmente zerlegt wird. Das führt mit sich, daß zahlreiche Fragmente angelegt werden, die nicht unbedingt vollständig ausgearbeitet sein müssen – die angestrebte Komplexität kann nicht über Nacht erschaffen werden.

Solche »Nodeshells« sind beispielsweise Seiten, die in der Navigationsstruktur auftauchen, jedoch nur wenig Text enthalten. Diese Strukturelemente sind leider aus technischen Gründen notwendig: Unsere Software bietet keine Funktion, die den »roten Links« in einem Wiki.

• Forschung und Entwicklung.

Das Kefk Network ist als Forschungs- und Entwicklungsprojekt angelegt. Das bedeutet auch, daß thematische Stränge eingestellt und neue hinzukommen werden. Die grundlegende Ausrichtung ist nichtkommerziell; Ziel des Kefk Network ist die Verbreitung freien Wissens und die Erkundung des Hyperspace und seiner Möglichkeiten, nicht jedoch die Gewinnerwirtschaftung.

• Offenheit.

Das Kefk Network ist inhaltlich und personell offen; es gibt keinen geschlossenen Personenkreis und kein fest definiertes Themenspektrum. Kommentare und Beiträge von Lesern sind erwünscht. Siehe dazu auch Planung für den Auf- und Ausbau des Kefk Network.

Struktur

Das Kefk Network (Domain: kefk.net) ist zunächst konventionell hierarchisch untergliedert: In der obersten Gliederungsebene sind die Inhalte in eine Handvoll von Hauptkategorien untergliedert; systematisch handelt es sich dabei um eigenständige Subsites.

Auch innerhalb der Subsites wird die hierarchische Struktur fortgeführt; die URLs sind semantisch interpretierbar aufgebaut, so dass bei einer gewissen Kenntnis der Site-Struktur URLs direkt in das Location-Feld eines Web-Browsers eingegeben werden können, ohne sich durch verschachtelte Navigationsstrukturen zu handeln.

Beispiel für eine Subsite:

Ein quasi selbsterklärendes Beispiel bietet die Subsite Kefk Network Webtravel, die fotografische Reiseberichte bietet; sie ist nach Ländern gegliedert; bei den Abkürzungen aus zwei Buchstaben handelt es sich um die standardisierten ISO Country Codes (ISO 3166-1, ISO 3166), die auch auch im Domain Name System (DNS) des Internet verwendet werden.

Beispiel für die semantische Struktur der Subsite-Gliederung:
Griechenland - /webtravel/gr.
entsprechender URL: http://www.kefk.net/Webtravel/gr/.

Entsprechend werden die URLs für andere Länder gebildet, also beispielsweise de für »Deutschland«, fr für »Frankreich«, eg für »Ägypten« usw.

Größere thematische Bereiche innerhalb der Subsites werden in eigenständigen Microsites strukturiert; Microsites haben – ähnlich wie Subsites – eigene Navigationsstrukturen, orientieren sich aber an der Gestaltung der hierarchisch übergeordneten Subsite.

Beispiel für die Untergliederung einer Subsite in Microsites:
Die Subsite Kefk Network Fotografie ist in rund ein Dutzen Microsites untergliedert:
Fotografische Erfahrungsberichte — /Fotografie/Erfahrung/,
Werk und Biografie bedeutender Fotografen — /Fotografie/Fotografen/,
Geschichte der Fotografie — /Fotografie/Geschichte/,
Fotografische Objektive — /Fotografie/Objektive/,
Fotografische Kameras — /Fotografie/Kameras/ usw.

Im Gegensatz zu einem Hypertext, wie er beispielsweise in einem Wiki umgesetzt ist, gliedert sich das Kefk Network also zunächst konventionell hierarchisch, während ein Wiki flach modelliert ist. Hypertext-Strukturen setzen bei uns innerhalb der Sub- und Microsites ein und vernetzen die Inhalte untereinander. Über die verknüpften Nodes (Knoten) legt sich also über die hierarchische Struktur des Kefk Network ein Netzwerk von Verweisen und Verknüpfungen.

Der Sinn dieser Struktur besteht darin, die Stärken beider Gliederungskonzepte miteinander zu verbinden:
Die hierarchische Gliederung strukturiert die Inhalte vor und fasst zusammengehörendes topologisch 'nahe' beieinander zusammen.
Die netzwerkförmigen Verknüpfungen zeigen inhaltliche Zusammenhänge zwischen einzelnen Nodes der Sub- und Microsites auf.

Während ein Wiki Wissen eher wie ein formal untergliedertes Wörterbuch präsentiert – typische Ordnungsprinzipien sind hier mechanische, also beispielsweise die Anordnung nach dem Alphabet – bildet eine hierarchische Gliederung eine Baumstruktur nach. Baumstrukturen zur epistemologischen Wissenspräsentation sind erheblich älter als mechanische Ordnungssysteme, so verwendete beispielsweise bereits Porphyrios von Tyros vor anderthalb Jahrtausenden den Arbor porphyriana als systematisches Klassifikationssystem für die Unterscheidung zwischen Gattungsbegriffen und Artbegriffen; frühe Enzyklopädien waren nach den Septem artes liberales struktiert oder orientierten sich an anderen systematischen Ordnungsstrukturen.

Spätestens mit Ludwig Wittgenstein ist jedoch bekannt, dass bestimmte Dinge mit einer taxonomischen Klassifkation bzw. hierarchischen Systematik nicht hinreichend erfasst werden können, ohne dass sich »der Verstand Beulen holt« (Philosophischen Untersuchungen, 1953, I 119); genau hier setzt das netzwerkförmige Hypertext-Konzept an, dass die Begrenzungen hierarchischer Systematiken auflöst.

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