Kultur

Museen gegen Verkauf von Kunstwerken zur Haushaltssanierung

Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Professor Dr. Michael Eissenhauer, spricht sich klar gegen den Verkauf von Kunstwerken aus öffentlichen Museumsbeständen zur Haushaltssanierung der Institutionen aus. Das sei ein absolutes Tabu, so Michael Eissenhauer im Kulturjournal des NDR-Fernsehens:

"Ich halte jeglichen Ansatz, Kunst aus öffentlichem Eigentum zu verkaufen, aus öffentlichem Besitz um Haushaltslöcher zu stopfen, für einen völlig verkehrten Weg, völlig abwegig, völlig absurd."

Die Finanzprobleme seien auch nicht durch Misswirtschaft der Museen entstanden, sondern durch Unterfinanzierung, erklärt der Präsident des Deutschen Museumsbundes im Kulturjournal:


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Staatsminister Neumann lässt Ausstellung zensieren

Staatsminister Bernd Neumann hat eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zensieren lassen. Wie ein Sprecher des Museums gegenüber der Zeit bestätigte, war kurz vor der Eröffnung der Ausstellung ›Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871‹ eine große Texttafel auf Wunsch des Kulturstaatsministers ausgetauscht worden. Das Ministerium lieferte auch die neue Formulierung.

Der vom Museum ursprünglich vorgesehene Text, der der Zeit vorliegt, hatte mit den Sätzen geendet:

"Neue Gesetze über Staatsangehörigkeit und Zuwanderung schufen erst seit der Jahrtausendwende die neuen Rechtsgrundlagen. Während innerhalb Europas die Grenzen verschwinden, schottet sich die Gemeinschaft der EU zunehmend nach außen ab. Die Festung Europa soll Flüchtlingen verschlossen bleiben."


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Das Mobiltelefon als Sprachübersetzer

Englisch-spanische Sprachübersetzung mit dem iPhone

Wissenschaftler aus Karlsruhe, Pittsburgh und Silicon Valley haben gemeinsam einen Sprach-zu-Sprach Übersetzer für das iPhone entwickelt, welcher jetzt über Apple vertrieben wird. Mit dieser Anwendung kann das Mobiltelefon gesprochene Englische Sprache ins Spanische und zurück übersetzen.

Jibbigo, so der Name der Übersetzungssoftware, läuft auf dem iPhone 3GS und hat ein Vokabular von etwa 40.000 Wörtern - ein perfektes Übersetzungs- und Kommunikationsgerät vor allem für humanitäre Einsätze aber auch für Touristen. Die Benutzung ist denkbar einfach: Der Nutzer spricht ein oder zwei Sätze in sein Mobiltelefon und dieses gibt umgehend die Übersetzung per Sprache und Text aus.

"Jibbigo läuft direkt auf dem iPhone und benötigt keinen Zugang zum Internet oder einem Server", sagt Alex Waibel, Professor für Informatik am KIT und an Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA.


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Neue Medien sind gut für die Schriftkultur

Studie der Stanford-Universität lobt Qualität und Quantität von Online-Texten

Das Vorurteil, die junge Generation werde immer unfähiger, sich schriftlich auszudrücken, ist nach einer Studie an der Stanford-Universität, Kalifornien, falsch.

Wie das Magazin Geo in seiner November-Ausgabe berichtet, hat die Literaturwissenschaftlerin Andrea Lunsford 14.672 Texte gesammelt, die von ihren Studenten verfasst worden waren. Darunter unterschiedliche Genres von Aufsätzen bis zu Chat-Beiträgen. Ergebnis: Offenbar zerstören die modernen Medien die Schriftkultur nicht, sondern erfüllen sie mit neuem Leben. Denn die heutige Generation schreibt mehr als jede andere vor ihr.

So finden auch soziale Kontakte immer mehr online statt, was den Umgang mit der Schrift voraussetzt. 38 Prozent des Schreib-Outputs der Stanford-Studenten entfallen auf Texte, die sie außerhalb des Hörsaals verfasst haben. Als es das Internet noch nicht gab, war der Anteil privater Texte vernachlässigbar klein.


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Dudenverlag bietet ab sofort Rechtschreibprüfung im Internet an

Eigene Texte einfach korrigieren lassen auf www.duden.de

Zeit: 
Akteure: 

Der Dudenverlag bietet ab sofort die Duden-Rechtschreibprüfung online an, mit der sich eigene Texte auf Rechtschreib-, Grammatik- und Stilfehler einfach prüfen und korrigieren lassen. Die Korrektursoftware ist serverbasiert und kann ohne Installation direkt im Browser ausgeführt werden.

Und so einfach funktioniert der innovative Onlineservice: Den eigenen Text entweder direkt in das Eingabefeld schreiben oder hineinkopieren und die Online-Rechtschreibprüfung starten. Die Software erkennt Fehler in Wörtern bzw. Satzteilen und markiert sie farbig als Rechtschreib- oder Grammatikfehler.

Klickt man mit der linken Maustaste auf die angezeigten Links, erläutert das Programm die entsprechenden Fehler und macht Korrekturvorschläge. Zum Schluss kopiert man den korrigierten Text in die gewünschte Anwendung. Texte von circa einer DIN-A4-Seite, was etwa 1.600 Zeichen entspricht, können so testweise geprüft werden. Da Formatierungen verloren gehen, empfiehlt es sich, den eigenen Text erst nach der vollzogenen Rechtschreib- und Grammatikprüfung in Form zu bringen.


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Medien zum Thema
Image of Duden Korrektor 6.0. Windows Vista; XP; 2000
Verlag: Brockhaus, Duden, Neue Medien
Betriebssystem:
Preis: EUR 23,74
Image of Duden Korrektor PLUS 6.0. Windows Vista; XP; 2000
Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim
Betriebssystem:
Preis: EUR 49,95
Image of Duden Korrektor 6.0 für OpenOffice/StarOffice
Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim
Betriebssystem:
Preis: EUR 19,95
Image of Duden Korrektor PLUS Update 6.0. Windows Vista; XP; 2000
Verlag: Brockhaus, Duden, Neue Medien
Betriebssystem:
Preis: EUR 29,95

Duden - Das neue Wörterbuch der Szenesprachen (2009)

Brandaktuelle Szenesprache aus den verschiedensten Bereichen, wie z. B. Lifestyle und Wohnen, Schule und Uni, Computer und Technik, Beauty und Fashion

Zeit: 
Akteure: 

"Adden", "abflaschen", "egogoogeln"? Für alle, die ihren Wortschatz "pimpen" möchten, gibt es jetzt das Neue Wörterbuch der Szenesprachen. Der Dudenverlag und Trendbüro präsentieren den "Pageturner" pünktlich zur Frankfurter Buchmesse 2009.

Der neue "Szenesprachen-Duden" enthält nicht nur Jugendsprache, sondern stellt in sechs alphabetisch geordneten Kapiteln Wortschöpfungen aus verschiedenen Szenen, Communitys und Lebenswelten dar. Dazu zählen Wörter und Begriffe aus den Bereichen Computertechnologie und Netzwerkkultur (z.B. "pwnen", "verbuggt", "adden"), Lifestyle (z.B. "Bionadebourgeoisie", "Modeopfer"), "Partykultur" (z. B. "abflaschen", "aufbitchen", "dönieren"), Schule, Uni und Job (z.B. "Crackberry", "egogoogeln", "Futternarkose") sowie Medien und Popkultur (z.B. "epic", "LOLcat", "Twitteratur").

Das "Neue Wörterbuch der Szenesprachen" ist wie sein Vorgänger aus dem Jahr 2000 ein Nachschlagewerk zum Schmökern, in dem kurze und informative Texte Wörter und Begriffe unterhaltsam beschreiben und erklären. Wer Lust dazu hat, kann das Buch also von vorn bis hinten durchlesen oder gezielt auf einzelne Einträge zugreifen.


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Image of Duden - Das neue Wörterbuch der Szenesprachen
Autor:
Verlag: Bibliographisches Institut (2009)
Bindung: Broschiert, 208 Seiten

Vorbild Gehirn - wie Computer hören lernen

Neue Software soll Spracherkennung verbessern

Sehen, Hören, Fühlen - die Wahrnehmung der zahllosen verschiedenartigen und schnell wechselnden Reize unserer Umwelt scheint uns ganz selbstverständlich. Doch was das Gehirn scheinbar so mühelos bewältigt, stellt Computer bisher oft noch vor unlösbare Aufgaben.

Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und des Wellcome Trust Centre for Neuroimaging in London haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem die maschinelle Wahrnehmung und Verarbeitung von gesprochener Sprache deutlich verbessert werden könnte.

Diese oder ähnliche Algorithmen, die Mechanismen des Gehirns imitieren, könnten Computer in Zukunft helfen, die Welt wahrzunehmen. (PLoS Computational Biology, 12. August 2009)


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›Digitale Spiele gehören zu unserem Kulturgut‹

Dialog zwischen Politik, Verbänden und Industrie wird weiter ausgebaut

Digitale Spiele gehören heute zu den künstlerischen Ausdrucksformen und spiegeln durch ihre eigene Sprache und Rhythmik das kulturelle Selbstverständnis unserer Gesellschaft wider. Digitale Spiele genießen demnach den Status eines allgemein anerkannten Kulturgutes. So lautete das übereinstimmende Fazit der Teilnehmer des Gaming Summits, das den Auftakt des zweiten Tags des Fachkongresses Munich Gaming markierte.

Bernd Neumann, MdB, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter für Kultur und Medien, breitete in seiner Keynote zunächst den inhaltlichen Rahmen aus, in dem man sich beim Thema digitale Spiele bewege. So seien diese Anwendungen zwar zunächst Ausdruck der rasanten technologischen Entwicklung innerhalb der letzten 50 Jahre.

Gleichzeitig würden damit aber Folgewirkungen ausgelöst, die eine gesamtgesellschaftliche Dimension erreichten und deshalb zwingend das Label "Kulturgut" verdienten. Insbesondere in demokratisch verfassten Staaten würden sowohl der Entstehungsprozess von Medien durch einen pluralistischen Meinungsbildungsprozess begleitet als auch Folgewirkungen - etwa im Bereich Jugendschutz oder Gaming als Standortfaktor - erschöpfend diskutiert.


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Pflichtablieferung von Web-Inhalten an den Staat

Neuer Leitfaden gibt Praxishinweise für Internet-Autoren und Betreiber von Webseiten

Homepage-Inhaber müssen nicht generell Kopien ihrer Webseiten an den Staat abliefern. Das geht aus einem neuen Leitfaden hervor, den der BITKOM und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Abstimmung mit der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) veröffentlicht haben.

Damit existiert erstmals eine Leitlinie, wie mit der seit Oktober 2008 geltenden "Pflichtablieferungsverordnung" in der Praxis umzugehen ist. Die Verordnung besagt, dass Publikationen im Internet an die Deutsche Nationalbibliothek abgeliefert werden müssen.

Ziel der Pflichtablieferung ist, kulturell wertvolle Netzpublikationen langfristig zu erhalten.


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Sprachcomputer sollen Gefühle erkennen

Emotionserkennung aus Sprachsignalen

Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, nehmen sie zweierlei wahr: Den Inhalt des Gesagten, aber auch Emotionen, die dadurch zum Ausdruck kommen, wie etwas gesagt wird. Diese so genannten paralinguistischen Eigenschaften des Gesprochenen können von Systemen zur automatischen Spracherkennung wie beispielsweise in einer Telefonanlage bisher nicht erkannt werden. Wissenschaftler des Lehrstuhls für Systemtheorie und Signalverarbeitung der Universität Stuttgart suchen nach Wegen, damit Sprachcomputer auch Gemütsbewegungen verstehen können.

Die Sprachkommunikation besteht aus zwei Ebenen: dem linguistischen (oder expliziten) sowie dem paralinguistischen (oder impliziten) Kommunikationskanal. Über den ersten Kanal wird der Inhalt der Sprachkonversation ausgetauscht: Was wurde gesprochen? Über den zweiten Kanal werden alle darüber hinausgehenden Informationen, also der paralinguistische Anteil der Sprachäußerung, kommuniziert: Wie wurde es gesprochen?

Solche paralinguistischen Eigenschaften sind beispielsweise das Alter und das Geschlecht der Sprecher, die in einer Sprachäußerung gespiegelte Emotion (normal, Wut, Glück, Trauer, ...), die so genannte Stimmqualität (modal, hauchend, rau, knarrig, ...), medizinische Auffälligkeiten in der Stimmgebung oder auch Stress und Nervosität. Auch Informationen über die regionale (Dialekt) beziehungsweise soziale Herkunft gehören zu den paralinguistischen Eigenschaften.


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Ein kleines Buch voll Liebe (2009)

›Liebes-Erklärungen aus aller Welt‹

Zeit: 
Akteure: 

50 Sprachen - ein Gefühl - Kein Thema, das so oft besungen und bedichtet wurde. Keines aber auch, das dennoch immer so neu ist wie die Liebe. In dem Band Ein kleines Buch voll Liebe finden sich Liebes-Erklärungen aus allen Kontinenten in Originalsprache und in deutscher Übersetzung.

Viele Texte wurden für diesen Band neu oder zum ersten Mal übersetzt. Und so sind die Beiträge zum Thema Liebe nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch in ihrer Bandbreite - von den europäischen Sprachen über Sanskrit und Guarani bis hin zu Koreanisch - in dieser Form wohl einmalig: 50 Sprachen und mehr als 50 Weisen, „Ich liebe Dich“ zu sagen.

Ein kleines Buch voll Liebe ist dank zahlreicher stimmungsvoller Fotos und einem emotionalen Layout das ideale Geschenk für den Valentinstag. Ein Buch für alle, die uns ganz besonders am Herzen liegen. Und nicht zuletzt für jene, die sich leidenschaftlich gerne mit den Sprachen dieser Welt beschäftigen.


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Image of PONS Ein kleines Buch voll Liebe: Liebes-Erklärungen aus aller Welt
Autor: -
Verlag: PONS GmbH (2009)
Bindung: Gebundene Ausgabe, 128 Seiten

Software analysiert das Wissen in Wiktionary und Wikipedia

Computer ›lernen‹ vom Menschen

Informatiker der TU Darmstadt haben eine Software entwickelt, die es dem Computer ermöglicht, auf das eigentlich für menschliche Leser bestimmte Wissen in Online-Werken wie Wikipedia oder Wiktionary zuzugreifen. Diese Software bringt nicht nur den Traum des automatischen Sprachverstehens der Realisierung näher, sondern sie birgt dabei auch ein nicht zu unterschätzendes Potential etwa für Wörterbuchverlage.

Um Computern in bescheidenem Umfang Sprachverstehen und intelligentes Verhalten einzuhauchen, waren bislang oft sogenannte "regelbasierte Systeme" im Einsatz, wie sie etwa von Telefonauskunftssystemen oder Hilfefunktionen bei Software bekannt sind. Obwohl diese Systeme meistens sehr komplex aufgebaut sind und von Experten in mühsamer Handarbeit erstellt und optimiert werden, sind ihre Resultate für den Benutzer oft unbefriedigend.

Auf der anderen Seite träumte man schon seit der Geburtsstunde der Künstlichen Intelligenz in den 1960er Jahren davon, für Computer selbstständige Sprachfähigkeiten und vielleicht sogar eine Art Intelligenz zu entwickeln. Eine zentrale Idee war, dass Computer sich durch Bibliotheken lesen könnten und sich dabei jede Menge nützliches Wissen aneignen würden.


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Linotype Trade Gothic Next

Schriftklassiker mit verbesserten Formen, mehr Schnitten und Versionen

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Linotype Trade Gothic Next

Linotype hat mit der Trade Gothic Next eine komplette Neuinterpretation der klassischen amerikanischen Schriftenfamilie „Trade Gothic“ vorgestellt. Die Trade Gothic ist ein serifenloser Schriftklassiker von Linotype, der in den USA entwickelt wurde.

Der künstlerische Leiter von Linotype, Akira Kobayashi, optimierte diese Schriftfamilie. Er zeichnete die Schrift komplett neu und brachte dabei mehr Systematik in die Formen der einzelnen Schnitte. Außerdem ist die Strichstärkenabstufung verbessert worden und es sind neue Schnitte und drei neue Compressed Versionen hinzu gekommen.


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Ausstellungsprojekt Bookmarks - Wissenswelten‹

›Von der Keilschrift bis YouTube‹

Termin: 
Freitag, 16. Januar 2009 - Sonntag, 15. Februar 2009

Das Ausstellungsprojekt ›Bookmarks - Wissenswelten - Von der Keilschrift bis YouTube‹ beleuchtet als weltweit erste Ausstellung das aktuelle ästhetische Phänomen YouTube, eingerahmt von den wertvollsten Büchern und Schriften der GWLB, die größtenteils erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Gegenüberstellung alter und neuer Wissensspeicher ermöglicht die Betrachtung eines Paradigmenwechsels in der Wissensproduktion. Als Forum des kommunikativen Transfers zwischen Kunst, Kultur und Publikum wird eine Laborsituation errichtet, in der Partizipation und Ästhetisierung im Hinblick auf heutige und historische Wissensproduktion vielgestaltig untersucht und erfahren werden können.

YouTube ist die vielleicht populärste Ausprägung einer internetbasierten Wissenskultur und hat sich innerhalb kürzester Zeit zur selbstverständlichen kulturellen Praxis entwickelt. YouTube ist öffentliches Archiv und intimes Bilderspektakel in Einem. Die Website demonstriert das Ergebnis des Wandels von Produktionsmitteln und Kommunikationsmedien, die heute jedem verfügbar sind.


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Hanser-Verleger Krüger: ›Der Mensch ist dabei, sich selbst abzuschaffen‹

Untergang von General Motors war ›nur eine Fußnote‹ in einem ›Weltenbrand‹

Als dramatisch bezeichnet Michael Krüger, Leiter des Hanser Verlages, die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Untergang von General Motors sei "nur eine Fußnote" in einem "Weltenbrand", sagte der 65-Jährige der Zeit.

Für Krüger ist die Krise Folge eines immer schnelleren Wirtschaftens, das immer weniger Nachdenken erlaube.

"Im Grunde ist die Krise folgerichtig: Schon seit Jahren erleben wir eine permanente Beschleunigung unserer Lebensverhältnisse, alles wird komplizierter, unverständlicher und irrealer... Heute wissen wir, dass nicht einmal Herr Ackermann weiß, was das Geld seiner Deutschen Bank so genau treibt. Der Mensch ist dabei, sich selbst abzuschaffen", sagte Krüger. "Dazu gehört auch die ungeheuerliche Kulturlosigkeit, die wir dadurch bemänteln, dass wir alles Kultur nennen: zum Beispiel die Bankenkultur, deren beklagenswertes Ende wir gerade erleben."

Mittlerweile habe die Krise auch Auswirkungen auf Kunst und Kultur, sagte Krüger, der unter anderem Bücher von Salman Rushdie, Philipp Roth, Umberto Eco und neuerdings auch Barack Obama verlegt.

"Wer New York kennt, der weiß, dass das gesamte Kulturleben der Stadt von Sponsoren abhängig ist", Lehman Brothers sei einer von ihnen gewesen. "Gerade eben hat es den Verlag Harcourt erwischt, in dem auch viele europäische Autoren verlegt werden, von Hannah Arendt über Calvino bis zu Grass. Er gehört einem irischen Hedgefonds, der mit ein paar Milliarden in der Kreide steht".


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Grundgesetzdebatte prägt Wahl zum ›Sprachwahrer des Jahres‹

Die Wahl der ›Sprachwahrer des Jahres‹ 2008 steht im Zeichen der Debatte um die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz. Zum neunten Mal ruft die Zeitschrift Deutsche Sprachwelt zur Wahl von Personen, Unternehmen oder Gruppen auf, die sich besonders um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Vorgeschlagen sind Bundestagspräsident Norbert Lammert, die Europaminister Wolfgang Reinhart und Volker Hoff, der Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Paul-Josef Raue, die Initiative ›Pro Deutsche Welle‹ und der Manufactum-Verlag ›Manuscriptum‹. Die Wahl läuft bis zum 31. Januar 2009.


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Mit dem Computer sprechen

Quanten Machines verkauft Computer, die ganze Sätze verstehen und eigenständig Anwendungen ausführen

Quanten Machines - Computer mit QM Sprachsteuerung, Vorderseite

Es erinnert an den Hal 9000-Computer aus dem Filmklassiker 2001 von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1968: vom Sessel aus bequem zurückgelehnt dem Computer Anweisungen geben, was er tun soll: einen Film abspielen oder vielleicht das Album eines bestimmten Interpreten aktivieren, einen bestimmten Fernsehsender einschalten oder etwas zu Personen oder Themen erzählen.

Das ist mittlerweile keine Fiktion mehr, denn Quanten Machines macht es praktisch möglich. Die neue QM Sprachsteuerungs-Software ermöglicht es, durch eine fortschrittliche Spracherkennung umfangreiche Anwendungen auszuführen - von der Systemsicherung, dem Lösen von Rechenaufgaben bis hin zu Aufgaben, die erst in ein paar Tagen erledigt werden sollen.

Mit dem Funktionsassistenten der QM Sprachsteuerungs-Software Professional Edition 2008 ist es sogar möglich, Hunderte von Filmen oder Interpreten durch wenige Mausklicks in das Programm zu übernehmen. Auch Dokumente oder Internetseiten lassen sich bekannt machen. Um zum Beispiel einen Film an einem bestimmten Tag aufzunehmen, könnte die Anweisung wie folgt lauten: „Würdest du bitte am Dienstag Abend um zehn nach acht Uhr ZDF einschalten und aufnehmen“.


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Isoliertes Verwenden eines stilisierten Keltenkreuzes grundsätzlich strafbar

Bundesgerichtshof entscheidet über Zulässigkeit verfassungsfeindliche Symbole mit kulturhistorischem oder religiösem Ursprung

Irisches Kreuz beim Rock of Cashel

Der für Staatsschutzstrafsachen zuständige 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hatte im Rahmen eines Vorlageverfahrens über die Frage zu entscheiden, ob das öffentliche Verwenden eines stilisierten Keltenkreuzes - die Darstellung eines gleichschenkligen Balkenkreuzes, um dessen Schnittpunkt ein Ring gelegt ist -, das von der verbotenen verfassungsfeindlichen "Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit" (VSBD/PdA) als Emblem benutzt wurde, auch dann den Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86 a StGB) erfüllt, wenn das Symbol isoliert, d.h. ohne konkreten Hinweis auf die verbotene Organisation öffentlich verwendet wird. Der Senat hat die Frage im Grundsatz bejaht.

Der Mehrdeutigkeit des Keltenkreuzes, das nicht nur in stilisierter Ausgestaltung Emblem der verbotenen VSBD/PdA war, sondern auch als unverfängliches Symbol, insbesondere in kulturhistorischen oder religiösen Zusammenhängen- wenngleich insoweit eher selten als stilisiertes Zeichen - verwendet wird, kann nach Auffassung des Senats nicht dadurch Rechnung getragen werden, dass die Anwendbarkeit des § 86 a StGB auf Fälle beschränkt wird, in denen das stilisierte Keltenkreuz einen konkreten Bezug zur verbotenen Organisation aufweist.

Eine solchermaßen vorgenommene Einengung des Straftatbestands liefe dem weit gespannten Schutzzweck der Norm zuwider und böte insbesondere Anhängern der VSBD/PdA vielfältige Möglichkeiten, das stilisierte Keltenkreuz straflos wieder als Symbol der verbotenen Vereinigung im öffentlichen Leben zu etablieren. Dieser Gefahr kann wirksam nur durch ein generelles Verbot der Verwendung des stilisierten Keltenkreuzes in der Öffentlichkeit begegnet werden.


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Finanzkrise: Dem Mitmach-Netz schwinden die Mitarbeiter

Web 2.0-Kritiker Andrew Keen prophezeiht das Ende der Gratis-Internet

Dem Mitmach-Netz schwinden die Mitarbeiter: Kostenlos für Wikipedia und Open-Source-Projekte zu arbeiten, wird man sich schon bald nicht mehr leisten können, sagt US-Journalist Andrew Keen voraus.

Als die New Economy-Blase 2000 platzte, markierte das das Ende des sogenannten Web 1.0. Jetzt stehe, so der US-Autor Andrew Keen, auch das Web 2.0 - und mit ihm Wikipedia und Co. - vor einem frühzeitigen Ende, da in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit die Bereitschaft zu Gratis-Dienstleistungen sinke.

Keen schreibt: "In Zeiten von Massenentlassungen dürfte die Bereitschaft zu kostenloser Arbeit, von der Web-Angebote wie Wikippedia, YouTube, MySpace und Flickr, aber auch Open Source-Projekte profitieren, deutlich sinken. Es wird eine kulturelle Veränderung in der Einstellung gegenüber dem ökonomischen Wert unserer Arbeit geben".


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Medien zum Thema
Image of Die Stunde der Stümper: Wie wir im Internet unsere Kultur zerstören
Autor: Andrew Keen
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (2008)
Bindung: Gebundene Ausgabe, 248 Seiten
Image of The Cult of the Amateur: How Today's Internet Is Killing Our Culture and Assaulting Our Economy
Autor: Andrew Keen
Verlag: Nicholas Brealey Publishing (2007)
Bindung: Taschenbuch, 240 Seiten
Image of Cult of the Amateur: How Blogs, MySpace, YouTube and the Rest of Today's User Generated Media Are Killing Our Culture and Economy
Autor: Andrew Keen
Verlag: Nicholas Brealey Publishing (2008)
Bindung: Taschenbuch, Seiten

Ägypten ist Outsourcing-Standort des Jahres

Die britische National Outsourcing Association (NOA) kürt das nordafrikanische Land im Rahmen der NOA-Awards 2008 zum Sieger

Ägypten wurde im Rahmen der National Outsourcing Association Awards 2008 in London zur Outsourcing-Destination des Jahres gekürt. Beim Kampf um diese prestigeträchtige Auszeichnung setzte sich Ägypten gegen die Konkurrenten aus Rumänien und den Philippinen durch.

Bei der feierlichen Verleihung im Park Plaza Riverbank Hotel nahm Dr. Hazem Abdelazim, CEO von Ägyptens Information Technology Industry Development Agency (ITIDA), am vergangen Donnerstag die Auszeichnung im Namen seiner Regierung entgegen. Insgesamt haben über 350 hochrangige Manager und Outsourcing-Experten an der Veranstaltung teilgenommen.

Nach dem Urteil der Juroren konnte sich Ägypten auf Grund der Sprachfähigkeiten, der jungen Bevölkerung und der zunehmenden Investments im Outsourcing-Sektor gegenüber den Wettbewerbern durchsetzen. In Europa ist die Popularität Ägyptens als Offshoring-Standort in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen.


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Karin M. Eichhoff-Cyrus: Verständlichkeit als Bürgerrecht? - Duden - Thema Deutsch Bd. 9 (2008)

Duden zum Dilemma der deutschen Rechts- und Verwaltungssprache

Die deutsche Rechts- und Verwaltungssprache ist für viele Menschen reines Fachchinesisch. Dass sie einfacher, klarer, verständlicher werden sollte - darüber sind sich auch Juristinnen und Juristen einig. Das Dilemma: Einerseits handelt es sich um Fachsprachen, die nicht ohne Weiteres allgemein verständlich sind bzw. sein können. Andrerseits ist die Nachvollziehbarkeit gesetzlicher Regelungen und amtlicher Bestimmungen jedoch unerlässlich, da durch sie die soziale Wirklichkeit aller bestimmt wird.

Diesem Dilemma der Rechtssprache widmet sich der neue Band Verständlichkeit als Bürgerrecht? Die Rechts- und Verwaltungssprache in der öffentlichen Diskussion aus der Reihe Thema Deutsch, welche die Dudenredaktion zusammen mit der Gesellschaft für deutsche Sprache herausgibt. Renommierte Expertinnen und Experten aus Rechtswissenschaft, Sprachwissenschaft und Politik zeigen Wege auf, in welchem Rahmen das Ziel verständlicher Gesetzes- und Verwaltungstexte erreicht werden kann.

Dieses Buch richtet sich an Hochschullehrer, Studierende, Juristen und Politiker sowie an alle, die Einblick in das Thema Rechts- und Verwaltungssprache gewinnen möchten.


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Online-Portal ›Virtuelle Judaica-Sammlung‹ lässt ›Freimann-Sammlung‹ neu entstehen

Buchmesse zeigt Einblicke in die virtuell wiederhergestellte Judaica-Sammlung

Die Universitätsbibliothek (UB) Frankfurt am Main präsentiert in Kooperation mit Walter Nagel und Semantics auf der Frankfurter Buchmesse ein Digitalisierungsprojekt, durch das eine historisch einmalige Quellensammlung Jüdischer Studien online kostenlos zur Verfügung gestellt wird: Mit Hilfe der Software-Lösung ›Visual Library‹ soll bis 2010 die ehemals renommierte Judaica-Sammlung zur Wissenschaft des Judentums neu entstehen.

Diese ist nach ihrem ehemaligen Bibliothekarischen Betreuer international auch als Freimann-Sammlung bekannt. Unter Prof. Dr. Aaron Freimann entwickelte sie sich bis 1933 zur bedeutendsten europäischen Fachbibliothek an historischer Literatur zur Wissenschaft des Judentums.

Im Verlauf des DFG-Geförderten Projekts wird der gesamte in Frankfurt am Main enthaltene Bestand der 'Freimann-Sammlung' mit Technologie 'Made in Germany' digitalisiert und systematisch erschlossen, um einen freien, schnellen und uneingeschränkten Zugriff auf die historischen Bücher zu ermöglichen. Die Sammlung soll in virtueller Form unter Judaica-Frankfurt.de verfügbar gemacht werden.


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Hans Bausch Mediapreis an Elke Heidenreich verliehen

Auszeichnung der Stiftung Hans Bausch Mediapreis zur Förderung von Medienpublizistik, Medienforschung und -pädagogik zum 15. Mal vergeben

Die Journalistin, Moderatorin und Literatin Elke Heidenreich hat am Dienstag, den 14. Oktober 2008, den Hans Bausch Mediapreis 2008 erhalten.

Die Laudatio auf Elke Heidenreich hielt der ehemalige Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Ihn hatte sich Elke Heidenreich als Laudator gewünscht. Geißler sagte in seiner sehr persönlich gehaltenen Laudatio, die Preisträgerin habe bei ihm als Kulturvermittlerin im besten Sinne des Wortes gewirkt habe, indem sie ihn an die Oper herangeführt habe.

Geißler erklärte den Erfolg von Elke Heidenreich und ihrer Sendung ›Lesen!‹ unter anderem damit, dass sie nie Kritik übe, sondern lobe. Aber vor allem sei sie eine Meisterin der Sprache. Geißler: "Elke Heidenreich ist eine glaubwürdige Botschafterin der Kunst und Kultur für viele Menschen".


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Firefox-Toolbar von Woerterbuch.info

Firefox Plugin von Woerterbuch.info - Synonyme, Screenshot

Fremdsprachen gehören heute für viele Menschen zum täglichen Sprachgebrauch - in Schulen, auf Universitäten oder im Beruf. Das Online-Wörterbuch Woerterbuch.info bietet mit seinem Service einen kostenfreien Zugriff auf über 3 Mio. Übersetzungen und Synonyme in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

Noch komfortabler wird die Benutzung des Wörterbuches durch verschiedene Browser-Toolbars, mit deren Hilfe die Nutzer von Woerterbuch.info den Service jederzeit nutzen können, ohne vorher die Suchseite des Dienstes aufrufen zu müssen.

Die Erweiterungen werden regelmäßig gepflegt und erweitert: So steht seit einigen Wochen ein neues Search-Plugin für Mozilla Firefox zur Verfügung, das einen direkten Zugriff auf die knapp 1.400.000 Synonyme des Dienstes ermöglicht.


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Deutsche befürchten Verfall der Sprache

"Danke, ich bekomme schon geholfen" - Diese Formulierung könnte in Zukunft zur Normalität werden, wie das Wissensmagazin P.M. Magazin in Ausgabe 10/2008 berichtet. Schon heute hören wir, dass jemand etwas "geschenkt bekommen" oder "einen Zahn gezogen gekriegt" hat.

Im Deutschen bilden sich Ausdrucksformen heraus, die der Publizist Dieter E. Zimmer als "Privates Spontanes Alltagsdeutsch" bezeichnet. Der Sprachwandel vollzieht sich auf Schulhöfen, in SMS-Botschaften und Internet-Chatrooms. "Man schreibt so, wie man denkt und spricht", erklärt Zimmer. Das klassische Hochdeutsch verliert an Boden. Englisch finden Jugendliche "cooler". Mit Migranten mischen sich Einflüsse aus südlichen und östlichen Ländern hinzu: Auch junge Deutsche sagen türkisch "lan" für "Mann": "Pass auf, lan!"

Selbst traditionelle Wörter schleifen sich im langen Gebrauch ab, wie Kiesel in einem Flussbett. So schreiben Deutsche "haben" und sagen meist "ham". "In ein paar hundert Jahren könnte ,ham' auch die Schriftform sein", meint Sprachforscher Rudi Keller von der Universität Düsseldorf.


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