Heilsames Pizzagewürz: Oregano wirkt gegen Entzündungen
Oregano gibt nicht nur der Pizza ihren typischen Geschmack. Das Gewürz enthält auch eine Substanz, die unter anderem gegen Entzündungen zu helfen scheint. Das haben Forscher der Universität Bonn und der ETH Zürich herausgefunden. Möglicherweise lässt sich der Wirkstoff namens Beta-Caryophyllen (E-BCB) auch gegen Erkrankungen wie Osteoporose oder Arterienverkalkung einsetzen. Die Studie erscheint am Montag, 23. Juni, in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). E-BCP ist ein typischer Inhaltsstoff vieler Gewürzpflanzen. So kommt die Substanz unter anderem auch in Basilikum, Rosmarin, Zimt und schwarzem Pfeffer vor.
E-BCP dockt spezifisch an bestimmte Empfänger-Strukturen in der Zellmembran an, die so genannten Cannabinoid-CB2-Rezeptoren. Dadurch verändert sich das Verhalten der Zelle: Sie schüttet dann beispielsweise weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. "Wir haben Mäuse, die unter einer entzündlichen Schwellung der Pfote litten, mit E-BCP behandelt", erläutert Dr. Jürg Gertsch von der ETH Zürich. "In bis zu 70 Prozent der Fälle klang die Schwellung daraufhin ab".
E-BCP scheint aber nicht nur gegen Entzündungen zu helfen: "Experimente an Mäusen haben gezeigt, dass die Substanz sogar bei Osteoporose wirksam ist", erklärt Professor Dr. Andreas Zimmer vom Bonner Life & Brain-Zentrum.
Damit könnte E-BCP als Ausgangspunkt für neue Medikamente in Frage kommen. Zumal der Wirkstoff keine berauschende Wirkung hat - anders als andere Substanzen, die auf den CB2-Rezeptor wirken. Der CB2-Rezeptor hat nämlich einen "Bruder" namens CB1, der unter anderem in den Nervenzellen des Gehirns vorkommt. An ihn können bestimmte Inhaltstoffe der Hanfpflanze andocken.
Was dann passiert, wissen Marihuana-Konsumenten allzu genau. CB1 und CB2 sind eng verwandt. Substanzen, die CB2 stimulieren, wirken daher oft ebenfalls berauschend. Anders E-BCP: Es ist der erste bekannte natürliche Wirkstoff, der spezifisch an CB2 bindet - deshalb macht Pizza auch nicht high.
Quelle
- Pressemitteilung der Universität Bonn vom 23.06.2008.
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