Ausstattung des OVH Enterprise SP-64

Dieser Abschnitt unseres Erfahrungsberichts zum OVH Enterprise SP-64 unter Debian GNU/Linux dokumentiert die vorgefundene Ausstattung des dedizierten Mietservers.

Früher gab es signifikante Unterschiede zwischen der Ausstattung von OVH- und Starto-Servern: OVH hatte keine Remote Console, bei Strato war sie immer im Grundpreis enthalten. Früher enthielten die Strato-Pakete eine mehr oder minder große Anzahl von Inklusivdomains, die bei OVH grundsätzlich kostenpflichtig dazugebucht werden mußten.

Derzeit gibt es bei Strato-Mietservern jedoch keine Inklusiv-Domains mehr; die neuen OVH-Server des 2014er-Line-ups verfügen jetzt standardmäßig über eine KVM over IP. Die früheren Unterschiede haben sich also nivelliert.

Hardware

Bereits das Einstiegsmodell SP-64 der Enterprise-Modellreihe von OVH ist recht solide ausgestattet:

  • CPU: Intel Xeon E5-1620v2
  • Cores / Threads: 4/8t
  • Taktfrequenz / Burst: 3,7 GHz+/3,9 GHz+
  • Technologie: Ivy Bridge
  • Intel Smart Cache: 10 MB
  • RAM: 64 GB DDR3 ECC 1600MHz
  • Festplatten: 2x 2 TB SATA3
  • RAID: SOFT/JBOD
  • Bandbreite: 300 Mbit/s
  • Anbindung: 1x 1 Gbit/s
  • Unbegrenzter Traffic
  • 500 GB FTP-Backup

Im Vergleich zu früheren OVH-Mietservern fällt vor allem auf, daß die zugesischerte Bandbreite stark limitiert wurde; sie bleibt bei allen Enterprise-Servern deutlich unter der Bandbreite der Anbindung.

Sonstige Merkmale

Die Definition von Unbegrenzter Traffic hat sich bei OVH anscheinend geändert; während früher die Bandbreite ab einem bestimmten Schwellenwert (15 TB / Monat) gedrosselt wurde, scheint es solche Begrenzungen nun nicht mehr zu geben - dafür ist die zugesicherte Bandbreite von vornherein stärker begrenzt.

Angenehm ist dabei, dass man bei irgendwelchen unvorhergesehenen Traffic-Ausreißern ("Slashdot-Effekt") Kostensicherheit hat. Wer auf den Serven allerdings E-Commerce-Anwendungen hosten möchte mag eine andere Rechnung aufmachen - da ist eine schnelle Anbindung möglicherweise deutlich mehr Wert als ein paar Euro für Extra-Traffic.

Wie interner Traffic bei Strato gehandhabt wird, geht aus dem Produkt-Datenblatt nicht hervor; früher wurde dieser nicht auf das Traffic-Kontingent angerechnet. Wie viel internen Traffic man generiert, hängt von der implementierten Server-Topologie ab; alleine durch das bescheidene 500 GB FTP-Backup für zwei 2-Terabyte-Platten sollte der Abrechnungsmodus jedoch nicht allzusehr ins Gewicht fallen.

Der DDoS-Schutz PRO ist ein zweischneidiges Schwert; ein funktionierender DoS/DDoS-Schutz auf Infrastrukturebene ist heutzutage natürlich Gold Wert; nach unseren Erfahrungen ist das, was OVH bereitstellt, jedoch faktisch wirkungslos. Die Nützlichkeit für Serverbetreiber wird außerdem dadurch weiter in Frage gestellt, da keine Protokolle oder Konfigurationsoptionen zur Verfügung stehen.

Tatsächlich scheinen die neuen Schutzmechsnismen von OVH auch ganz andere Ziele zu verfolgen, als den Kunden kommuniziert werden; beispielsweise kann es vorkommen, daß der gesamte E-Mail-Verkehr eines Servers blockiert wird, ohne daß OVH überhaupt nachweisen könnte, daß dieser Traffic überhaupt von dem gesperrten Server stammt. Hier gibt es objektiv eine Fülle von Problemen, die sich technisch sicherlich in den Griff bekommen ließen - leider gibt es bei OVH keinerlei Ansprechpartner dafür.

Ebenfalls als Inklusivleistung für die Enterprise-Mietserver wird der so genannte PRO Support gelistet. Tatsächlich war der Support früher einmal eine der Stärken von OVH. Nach unseren Erfharungen sind diese Zeiten jedoch schon lange vorbei; treten Probleme auf, googelt sich der OVH-Supportmitarbeiter heutzutage irgendwas zusammen und schickt einem den Ersten Link auf der Google-Ergebnislisting als "Lösung". Nach unseren Erfahrungen aus den vergangenen Monaten haben diese Supportantworten regelmäßig überhaupt nichts mit der Supportanfrage zu tun. Allerdings unterscheidet sich OVH in diesem Bereich nicht entscheidend von den hilflosen Callcenter-"Supportern", die die Konkurrenz pro forma ins Rennen schickt.

Unklar ist, welche Verwaltungsoberfläche man von OVH zur Verfügung gestellt bekommt. Wir bekamen mit dem "OVH Manager v3" genau dasselbe Interface zur Verfügung gestellt, daß auch schon unsere Mietserver aus dem Jahr 2011 hatten. Tatsächlich existiert jedoch zumindest seit Mitte 2013 ein überarbeitetes Interface mit zusätzlichen Funktionen; der Support verweist regelmäßig auf dieses Interface, für uns verfügbar ist es jedoch nicht - weder mit den Altservern aus dem Jahr 2011, noch mit den neuen Servern aus dem Jahr 2014.

Verfügbare Betriebssysteme

OVH bietet traditionell eine enorme Vielfalt an verfügbaren Betriebssystemen; zur Verfügung stehen diverse Linux-Derivate, FreeBSD, Open Solaris und Microsoft Windows Server sowie hauseigene Distributionen und diverse Virtualisierungsumgebungen.

Die Installation der vorkonfigurierten Images verläuft relativ komfortabel, erfordert aber einige Kenntnisse über die Partitionierung. Auch für die RAID-Konfiguration bietet das OVH-Interface nur wenig Hilfen. Angebliche Fehlkonfigurationen, bspw. zu groß dimensionierte Swap-Partitionen, werden jedoch abgefangen.